Home Base Cinema: Texas Chain Saw Massacre

Und weiter geht’s mit den freitäglichen Reviews, und zwar dieses Mal mit einem absoluten Klassiker der Horrorfilmgeschichte. Oldies, but Goldies, so sagt man, aber ob sich das jedes Mal bewahrheitet? Das Texas Chain Saw Massacre – übrigens noch in seiner alten Schreibweise, da ich tatsächlich das Original meine – verspricht jedenfalls Grusel, Spannung und Blut.

Doch zunächst zur Handlung: Fünf Twens begeben sich mit ihrem Van auf Tour durch das Land. Unterwegs nehmen sie einen Anhalter mit der sich nicht nur merkwürdig verhält, sondern die jungen Leute auch mit seinem Messer bedroht, mit dem er nicht nur sich, sondern auch gleich dem an den Rollstuhl gefesselten Franklyn einen Schnitt verpasst. Schnell schmeißen sie den offenbar Irren aus dem Auto und fahren weiter bis sie an eine Tankstelle gelangen, an der sie eine kleine Pause einlegen. Die Tanke sowie ein in der nähe befindliches Haus gehören einer Familie von Schlachtern, die, wie sich bald herausstellt, ein makarberes Hobby haben. Der geistig zurückgebliebene, aber hünenhafte Sohn der Familie, genannt „Leatherface„, da er stets eine Maske aus Menschenhaut trägt, dezimiert alsbald die Besucher, die lediglich einen kleinen, aber fatalen Blick in das innere des Hauses werfen wollten. Dies tut er zunächst per Hammer, so wie man früher auch Schweine und Rinder, die zum Schlachten bestimmt waren, getötet hat, später greift er aber auf die bei weitem effektivere, wenn auch unhandlichere, namensgebende Kettensäge zurück.

Eins vorweg: Warum der Film jahrzehntelang sein Dasein auf dem Index gefristet hat, ist für mich unverständlich. Mittlerweile ist er auch in Deutschland ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben, was für mich genauso unverständlich ist, betrachet man das Remake im direkten Vergleich. Dort wird tatsächlich detailliert gemetzelt und geschnetzelt, während im Original kein einziges Mal zu sehen ist, wie die Kettensäge menschliches Fleisch berührt. Die Gewaltszene wird geschickt angedeutet und dann weggeblendet, sodass die tatsächliche Grausamkeit im Kopf des Zuschauers entsteht. Trotzdem schafft es der Film ab der zweiten Hälfte nicht mehr wirklich spannend zu sein. Während man sich am Anfang die Zeit nimmt, die Charaktere einigermaßen vorzustellen, sowie minutenlang auf Details wie die ungewöhnliche Hausdeko eingeht, geht danach doch alles ganz schnell. In gut einer Viertelstunde wird das Feld von fünf auf eine Person reduziert. Diese stellt sich dann allerdings so blöde an, dass es schon mehr einer Komödie gleicht. Wirklich passend wäre zu der Szene, in der sie Arme fuchtelnd vor dem kettensägenschwingenden Irren abhaut, die klassische Benny Hill-Mucke. Nein, so klassisch, wie der Film auch sein mag, er hat mich nicht ganz überzeugen können, aber ich rechne ihm immerhin an, dass nicht die Teenie-Horror-Atmosphäre des Remakes aufkommt und zumindest der Beginn spannungstechnisch doch recht gelungen ist.

Wertung: ★★☆☆☆

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2 Kommentare zu “Home Base Cinema: Texas Chain Saw Massacre”

  1. So alte Ratings muss man retrospektiv nicht immer verstehen. Halloween (1978) war ja auch ursprünglich ab 18, obwohl kein einziges Mal auch nur Blut zu sehen ist und kommt nun seit seiner Neuprüfung ab 16 daher. Ninja Scroll landete sogar auf dem Index und ist mittlerweile ungeschnitten ebenfalls für jeden Sechzehnjährigen erhältlich.

    Das Kettensägenmassaker hab ich bisher auch nie gesehen, eine weitere klassische Horrorfilm-Franchise, die an mir vorbei ging. Wobei ich wie bei den Halloweens erwähnt sowieso immer so ein wenig Slasher-Sperre habe, wenn mir das nicht mit genug Mystery hinterfüttert wird und tatsächlich nur ein 90-minütiges Schlachtfest von nervigen Charakteren ist xD

    1. Das 18er-Rating ist tragischerweise das aktuelle und noch kein Jahr alt! Davor war der Film auf dem Index bzw. sogar beschlagnahmt. Psycho war ja auch mal ursprünglich ab 18 in zensierter Form und heute ab 12 ungeschnitten.

      Die Nachfolgefilme: 2 in ungekürzter Form beschlagnahmt, 3 ungeprüft und 4 indiziert. Die Gewaltdarstellung ist angeblich wesentlich höher ausgefallen, aber ungesehen würde ich behaupten, dass das Remake da expliziter in der Darstellung ist. Man fragt sich wirklich, warum neue, hochbrutale Filme eine Freigabe erteilt bekommen, während alte Filme, die bei weitem nicht den Gewaltgrad erreichen nach Ablauf der Indexfrist folgeindiziert werden. Ein Ansatz liefert die „Akte TCM“, ein Buch, das der Collectors Edition des Films beilag und interessante Einblicke in die Indizierungspraxis in Deutschland gibt. Da urteilen Richter, ohne den Film zu gesehen zu haben mit der Begründung, so etwas widerwärtiges muss man sich nicht antun. Zum Glück wurde vom Verleih hiergegen vorgegangen, sodass der bald 40 Jahre alte Schinken letztlich doch noch vom Index geholt wurde.

      Verkürzt lässt sich sagen: Der Titel klingt weitaus brutaler als der Film tatsächlich ist. Jeder Tatort (FSK 12) ist da expliziter.

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