Arsène & Sélène – Prolog

Hiermit eröffne ich meine Storysektion und diesmal werde ich mich erst um eine Story kümmern und wenn die fertig ist, beginnt erst die nächste. Außerdem werde ich mir mehr Zeit zwischen den Kapiteln nehmen, sodass ihr im Monat mit einem weiteren Storykapitel rechnen könnt. Falls ich besser vorankomme, werden es auch mal mehr. Beginnen werde ich mit „Arsène & Sélène“, meiner Killerstory. Leser meines alten Blogs werden den Prolog und das erste Kapitel schon kennen, nichtsdestotrotz werde ich hier damit neu starten. Ich wünsche viel Vergnügen und freue mich bereits auf euer Feedback.

Prolog

„Lasst uns saufen, Brüder, denn heute haben wir Grund dazu!“, grölte es durch die vollbesetzte Kneipe. Rundherum war ein unglaublicher Lärm: Gläser klirrten, die Gäste quatschten aus allen Ecken miteinander. Überall wurde mit Karten oder Würfeln gezockt, während der Barmann unablässig Bier nachschenkte.
Dann  öffnete sich die Schiebetür und ein Mann mit schwarzen, glatten, schulterlangen Haaren in einem schwarzen, klitschnassen, zerfledderten Anzug und einem weißen Hemd, auf dem sich Blutflecke befanden, betrat lässig pfeifend und mit den Händen in den Hosentaschen die Kneipe. Plötzlich war es still, keiner wagte es, einen Laut von sich zu geben. Der mysteriöse Mann blickte sich nicht um, sondern ging geradewegs auf den Barhocker zu und setzte sich hin. Alle sahen ihn wortlos an, als trauten sie ihren Augen nicht. Selbst der Barmann blieb in seiner Aktion stehen und schaute den Gast nervös an.
Der seltsame Gast zerriss die Stille: „Einen Dog’s Nose, bitte.“ Der Barmann reagierte nicht, er schien es gar nicht mitbekommen zu haben. „Hätten Sie die Freundlichkeit…?“, fragte der Gast höflich, aber bestimmt.
„Natürlich, sofort.“ Der Barmann mixte schnell Gin und Schwarzbier zusammen und servierte es mit Eiswürfeln und frisch geriebener Muskatnuss. Unterdessen begann unter den Gästen ein Gemauschel, dass die neue Klangkulisse des Raums bildete.
„Danke“, sagte der Gast und nahm einen Schluck. Als er das Glas wieder hinstellte, hörte er ringsherum ein Klicken: Die anderen Gäste hatten ihre Waffen gezückt und entsichert.
„Jungs“, sagte der seltsame Gast lässig, „lasst mir noch eine Minute.“ Dann setzte er das Glas wieder an. Plötzlich fiel ein Schuss, das Glas zersprang und das Bier verteilte sich auf dem Tresen. Wieder wurde es ruhig, während der Gast seine Hand ausschüttelte, in der nun einige Scherben steckten.
„Warum ist diese Welt so grausam? Ich bat um eine Minute… nun bin ich leicht angepisst.“ Alle machten ihre Waffen bereit, gleich würde es knallen. Blitzartig sprang der Gast vom Barhocker, auf den im selben Moment ein Kugelhagel niederging. Noch im Sprung zückte er vier halbautomatische Waffen, in jeder Hand hielt er zwei, mit denen er wahllos, aber zielgerichtet einen nach dem anderen erschoss. Seine Gegner reagierten, doch er war schneller und konnte besser zielen. Sie fielen wie die Fliegen, als er gelandet war, standen nur noch die Hälfte seiner Feinde, doch er ließ ihnen keine Zeit, sondern hetzte schnell weiter. Während er sich hinter den Tresen warf, tötete er noch zwei seiner Kontrahenten. Hinter seinem vorübergehenden „Schutzwall“, hörte er, wie die Schüsse diesen so langsam zerstörten, er musste schnell nachladen, bevor sein Schild gänzlich zu Bruch ging. Es dauerte nur wenige Sekunden, da er den Ablauf auswendig kannte: Knöpfe drücken, leere Magazine fallen raus, Hosenbeine hochziehen, volle Magazine an den Stiefeln kommen zum Vorschein, reindrücken, fertig. Fix sprang er über den Tresen und schoss die restlichen Feinde nieder. Es herrschte Ruhe, als sich der Staub, der durch die Schießerei entstand, gelegt hatte. Dann bemerkte er einen stechenden Schmerz in seinem Bein. Er krempelte sein linkes Hosenbein hoch und erkannte eine Kugel, die tief in einer blutenden Wunde in der Wade steckte.
„Verdammt!“, schrie er auf und humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht in Richtung des Barregals, in dem nur noch wenige Flaschen unversehrt standen. Er griff sich eine Flasche Hochprozentiges und kippte es sich über die Wunde.
„Ah…! Scheiße!“, brüllte er und knirschte mit den Zähnen. „Hauptsache desinfiziert…“, dachte er und klebte eine Serviette drauf. Dann nahm er sich selbst noch einen
Schluck und humpelte zum Ausgang, den Barmann verabschiedend, der im Kugelhagel getötet wurde: „Mach‘s gut, Alter, hast du echt nicht verdient.“ Gerade öffnete sich die automatische Schiebetür, als er ein Geräusch im hinteren Raum hörte. Er hielt kurz inne und ging dann langsam in Richtung des Hinterzimmers, seine Hand an der Waffe. An der Wand angekommen, drehte er sich schnell um die Ecke und sah… nichts. Aber er wusste: Da war jemand. Leise ging er den hinteren Flur entlang, drehte sich aber immer um. Langsam aber sicher kam er dem Etwas, dessen Anwesenheit er spürte näher. Als er sich um die nächste Ecke wandte, sah er am Ende des Korridors eine junge Frau mit dunkelbraunen Haaren, die zusammengekauert auf dem Boden saß und zu beten schien. Ihre Kleidung verriet, dass sie Kellnerin in der Kneipe war.
„Tun sie mir nichts, bitte“, flehte sie, aber der Mann gab keine Antwort, sondern schritt langsam auf sie zu. „Bitte, ich habe nichts mitbekommen, ich werde nichts erzählen.“
„Das gefällt mir, nur weiter…“, sagte der Mann leise.
„Sie sind grausam!“
„Oh ja, das ist mein Job.“
„Ich weiß, wer Sie sind.“
„Ach, das Gegenteil hätte mich überrascht.“
Im Hintergrund ertönten plötzlich Polizeisirenen.
„Keine Sorge“, sagte der Mann bestimmt, „Ich tu dir nichts, da ich dich noch brauche…“ Ein Blitzen kam in seine Augen und unterstrich sein diabolisches Lächeln…

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Die Akte öffnet sich…

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4 Kommentare zu “Arsène & Sélène – Prolog”

  1. So, nun kann ich endlich auch mal lesen. Ziemlich brutal die Geschichte, aber ich erwarte trotzdem den nächsten Teil mit Spannung. Right on! ^^

  2. Wo geht es weiter? Klingt schon mal spanned. Sehr bildhaft, sehr „Comic“-Style.
    Ich würde nach dem Prolog (ich habe nicht gefunden, wo es weiter geht, darum verzeih mir falls ich kommentiere und keine Ahnung habe), das Innenleben beider Charaktere und somit ihren Charakter etwas einführen. Also Gedanken, Gefühle. Aber nicht meine Fehler machen und sich darin verlieren ^^

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