ONE down…

Gestern war sie also: Die große Enthüllung von Microsofts Neuer, nur wenige Wochen vor der E3. Wer sich das komplette, einstündige Event (nochmal) ansehen möchte, kann dies hier tun. Ansonsten gibt es an dieser Stelle die Kurzinfos und meine persönliche Meinung dazu. Was wir erfahren haben, war möglicherweise die Zukunft des Gamings. Eine dystopische Zukunft…

Xbox ONE soll sie also heißen und aus einem übergroßen Kasten bestehen, in den allerlei Multimedia-Features gepackt werden. Nachdem man mit dem nachgelieferten HD-DVD-Laufwerk der Xbox 360 auf dem Holzweg war, fügte man sich letztlich dem Markt und bietet nun das DVD-Ablöseformat Blu-ray an, das eigentlich vom Konkurrenten Sony entwickelt wurde. Zudem ist der Kasten nicht nur größentechnisch ein Monster, sondern beinhaltet auch modernste PC-Architektur. Ein Vorteil auf der einen Seite, da dadurch gleich zu Beginn technisch beeindruckende Spiele erscheinen und schnell vom PC rübergeportet werden können. Ein Nachteil aber auch auf der anderen Seite, da die Konsole wohl nach zwei bis drei Jahren bereits überholt ist. Aber auch Sony setzt auf dieses Pferdchen der PC-nahen Architektur…

Aber ich will euch nicht mit den ganzen öden, technischen Fakten quälen, die könnt ihr schließlich auch bei Wiki nachlesen, sondern viel mehr zu dem kommen, was die Konsole uns an Mehrwert gegenüber der diesigen Generation bieten will. Wichtig sind dabei vor allem die Spiele, doch da gab es leider nicht allzu viel Interessantes zu sehen, da man sich hier das meiste für die E3 aufspart. Fest steht nur, dass EA einer der größten Unterstützer wird, womit auch allmählich durchsichtig wird, worum es beim kürzlichen Zwist über Nintendos Wii U eigentlich ging. Denn offenbar gab es Meinungsverschiedenheiten im Ausbau des Online-Systems sowie dem Bezahlmodell für (Gebraucht-)Spiele. Ja, ihr habt richtig gelesen, denn wie in an das gestrige Event anschließenden Interviews herauskam, plant Microsoft eine Gebühr für gebraucht erworbene Spiele zu erheben.

Konkret soll das ganze so aussehen: Wenn ihr ein Spiel für die Konsole kauft, müsst ihr es zunächst installieren und online registrieren. Will nun ein anderer das Spiel auf seiner Konsole spielen, so muss er ebenfalls das Spiel auf seiner Konsole installieren und bei der Online-Registrierung eine Gebühr entrichten. Auf diese Weise versucht man dem Gebrauchtmarkt Herr zu werden respektive diesen völlig zu zerstören und im Idealfall stirbt damit auch der Retailverkauf aus. Ein genialer Schachzug aus unternehmerischer Sicht, doch ob die Kunden mitmachen werden, ist angesichts des aufkommenden Shitstorms fraglich. Microsoft verteidigen ihre Politik jedoch vehement mit einem hübschen Äpfel-Birnen-Vergleich.

Das allein ist schon ein dicker Klopper, der die gesamte Präsentation in einem negativen Licht dastehen lässt, doch MS hat noch weitere in petto. Vollmundig wird da verkündet, dass es keinen dauerhaften Online-Zwang geben wird, doch einmal alle 24 Stunden müsse die Konsole zum Weiterbetrieb ans Internet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Doch um den Spieler völlig zu kontrollieren, gibt es noch weitere Methoden, die ein wenig an subtile Orwell-Dystopien erinnern. So wird Kinect zum Betrieb unabdingbar und immer angeschaltet sein. Überlegt euch also gut, ob ihr nach dem Duschen ohne Klamotten vor der Konsole hocken wollt. Übrigens demnächst auch für PC! Hach ja… schöne neue Welt!

Zu all dem gesellt sich noch eine 100%ige Non-Abwärtskompatibilität zur Vorgängerkonsole. Die Spiele, das Zubehör, was auch immer ihr auf der Xbox 360 und euren Live-Account gehortet habt, wird nicht übertragbar sein. Behaltet eure alte Konsole also besser noch ein wenig. Freuen wird das aber vor allem die Konkurrenz, denn Sonys Aktien sind angesichts der gestrigen Präsentation um gut 9% an Wert gestiegen. Zusammenfassen lässt sich das Ganze aber treffend in folgendem Video:

Quo vadis? Diese Frage kann nur der Kunde mit seinem Geldbeutel beantworten. Auch ist ungeklärt, ob Sony auf den Zug, gerade was das Gebrauchtspiele-Geschäft angeht, mit aufspringt. Ich persönlich würde mir ohnehin keine der beiden Konsolen zum Launch holen, einfach weil sie wohl zu teuer sein werden, doch dass es niemals eine Xbox ONE sein wird, die ihren Weg in meinen Haushalt findet, ist nun auch klar. Ich bin ohnehin kein großer Online-Spieler und der Zwang, selbst Singleplayer-Games nun online zu registrieren, stößt mir schon bei ähnlichen Modellen auf PC sauer auf. Hinzu kommt der Installationszwang und man fragt sich, welche Vorteile Konsolen gegenüber PCs eigentlich noch haben (sollten). Plug & Play ist out, soviel steht anscheinend fest, aber ich werde es auch sein, sollte die Entwicklung in diese Richtung gehen. Viele alte Spiele warten ohnehin noch darauf, von mir durchgespielt zu werden und ich glaube es ist gut so, dass mein Hobby irgendwann ein Ende findet, zumindest was Neukäufe angeht. Weiterhin Spaß werde ich wohl immer mit den alten Klassikern haben, die man wieder und wieder spielen kann.

Was haltet ihr von der Xbox ONE und zur Entwicklung des Konsolenmarkts generell? Plant ihr Neunanschaffungen in nächster Zeit? In den Comments ist Platz dafür!

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6 Kommentare zu „ONE down…“

  1. Mich haben Microsofts Konsolen noch nie interessiert, da es so gesehen sowieso gar keine Exklusivtitel gibt. Das meiste wird man eh auch noch auf Sonys Konsole sehen und die wenigen, die nicht, sind dafür noch für PC erhältlich. Gerade die Japaner, wenn sie nicht gerade im Shmup-Business sind, hauen eigentlich (fast) keine Exklusivtitel raus. Mal schaun, wie die nächste Konsolengeneration sich so macht, wenns in der noch ein Stück düsterer wird, wie in der aktuellen, brauch ich vielleicht zum ersten Mal gar keinen aus dem Trio, sondern geb mich mit Handheld zufrieden.

  2. Die 360 fand ich ja noch recht schick, aber das hier hat doch zu viele Ecken und Kanten – und ich spreche nicht vom Design des Kastens! Ich mag gern ein Spiel kaufen, in die Konsole schieben und einfach spielen – so wie früher eben! Aber nein – na, ohne mich. Da schau ich doch lieber nochmal in die Regale voller Titel aus anderen Zeiten.

  3. Aufgrund meiner momentanen Unlust an Megatexten habe ich geflissentlich den Telekom-Eintrag übersprungen, nur um festzustellen, zur Xbox One und ihren – zugegebenermaßen ehemaligen – „Features“ rein theoretisch fast ebenso viel schreiben zu können. Ich fasse mich daher möglichst kurz.

    Ähnlich wie Kaoru habe ich mich noch nie wirklich für die Microsoft-Konsolen interessiert und anhand der vergangenen und gegenwärtigen Spielebibliotheken, den Preisen und schlussendlich auch an der Mentalität der Firma im jenem Sektor wird es sich wohl auch in Zukunft nicht ändern. Diese Beurteilung basiert aber im Gegensatz zu vielen anderen auf rein rationeller Ebene und stehe daher der Firma trotzallem eher neutral gegenüber.
    Das heißt aber nicht, dass ich mich seinerzeit nicht auch über diese Restriktionen aufgeregt hätte. Gerade ich, der durch sein sehr enges Budget häufig auch mal an Gebrauchtkäufe gebunden ist, wäre mit der Gebrauchtspielesperre geschlagen gewesen. Und auch den Onlinezwang finde ich bedenklich, da mit Sicherheit nicht in jedem Land und auch nicht in jeder Region gewährleistet werden kann. Ich meine, selbst wenn ich nur umziehe, müsste ich mir eine neue Xobox One besorgen, da oft eine Wochen vergehen, ehe sich der Internetanbieter für einen funktionierenden Anschluss bemüht hat.

    Aber hey, immerhin hat Microsoft auf den Shitstorm reagiert und doch ihre Negativ-Features gestrichen! Oder nicht…?
    Ich persönlich denke, dass diese Restriktionen dennoch früher oder später ihren Weg in Konsolengeschäft finden werden. Allein bei der Xbox One wäre das jetzt schon ohne große Negativpresse möglich, sofern sie es in einem schleichenden Prozess, in kleinsten Schritten einführen. Die Spieler würden sich trotz anfänglicher Proteste allmählich an diese Begebenheiten gewöhnen und letztendlich nicht mehr bemängeln. Meine Annahme mag in der Hinsicht zwar gewagt und hart sein, aber so etwas gab es bereits in der Vergangenheit, oder kräht wirklich noch ein Hahn nach den Nachteilen des Origin-Shops von EA?

    Was mir aber auch trotz der ganzen berechtigten Kritik an Microsoft nicht wirklich schmeckt, ist die damit einhergehende Vergötterung der vierten Playstation. Sicher, sie bietet natürlich deutlich mehr Vorteile als ihr Konkurrent und an sich mag die Konsole auch nicht schlecht sein, aber man sollte dennoch nicht die Nachteile und Schwächen vergessen, die nun einmal auch diese Konsole mit sich bringt. Aber ich habe sowieso noch nie den ganzen Zirkus um den Fanboytum einer Konsole und den Konsolenkriegen verstanden. Ihre Probleme hätte ich gerne, denn gerade das weckt bei mir den Eindruck, als ob es nichts Dringenderes in ihrem Leben gäbe…

    1. Mittlerweile ist man ja in den meisten Dingen zurückgerudert. Dass Kinect das Wohnzimmer ausspäht, Gesichter und Pulsschlag erkennt, finde ich aber weiterhin bedenklich.

      Wer nutzt denn bitte Origin? Ich persönlich kenne keinen, aber jede Menge Leute mit Steam-Account.

      Ansonsten: Siehe meinen Kommentar zu deinem Kommentar zur PS4.

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