Freitags-Review: Tokyo Godfathers

Auch wenn Weihnachten nicht mein liebstes Fest ist, möchte ich in dieser Woche einen Weihnachtsfilm präsentieren, genauer gesagt einen Anime von keinem geringeren als Satoshi Kon: Tokyo Godfathers.

Der Alkoholiker Gin, der schwule Travestie-Künstler Hana und die Ausreißerin Miyuki leben auf der Straße und schlagen sich gemeinsam durch den Alltag. An Heiligabend entdecken sie auf einem ihrer Streifzüge beim Durchwühlen des Mülls nach Verwertbarem ein zurückgelassenes Baby. Sie beschließen kurzfristig als Paten zu fungieren und die Eltern ausfindig zu machen. Währenddessen werden sie jedoch immer wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und die Gründe, warum sich die drei für ein Leben auf der Straße entschieden haben, kommen ans Tageslicht.

Kons dritter Film steht in bester Tradition zu seinen beiden vorherigen Perfect Blue und Millennium Actress. Der Stil ist hier sehr ähnlich, denn die Schauplätze wechseln des Öfteren, wobei es hier leichter ist, dem Verlauf zu folgen. Anders als in zuvor Genannten wird man nicht mit Psychospielchen oder Chaos verwirrt, auch wenn sich die Charaktere öfter trennen und wieder zusammenfinden. Der gemeinsame Nenner ist schließlich das Baby, Kiyoko genannt, um dass sich die ganze Handlung ausbreitet. Dabei bleiben die Charaktere trotz ihrer Macken stets sympathisch.

Satoshi Kon ist leider viel zu früh verstorben, bei gerade einmal vier Filme und eine Serie hat er Regisseur fungiert. Diese sind allerdings über jeden Zweifel erhaben. Tokyo Godfathers ist da keine Ausnahme: Eine herzerwärmende Geschichte, die trotzdem nicht platt oder kitschig wirkt. Sarkasmus und Slapstick, Actionszenen und ruhige Dialoge mit Gesellschaftskritik gehen Hand in Hand. Mir bleibt nichts anderes, als eine klare Empfehlung auszusprechen.

Fazit: ★★★★★

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5 Kommentare zu “Freitags-Review: Tokyo Godfathers”

  1. Von Tokyo Godfathers hab ich hier irgendwo die dicke Special Edition, die mit ihrem gedrücken Storyboard-Buch schwer genug ist, um damit Babys zu erschlagen. Das war zu ewigen Zeiten, als ich mir Zeug noch mit so blödem Schnickschnack gekauft habe xD Aber der Film ist jedenfalls geil.

          1. Uh, dat is schwer, weil die sind sich alle so unterschiedlich, abgesehen davon, dass er gerne mit Realitätsebenen spielt – und selbst das ist in Godfathers nicht vorhanden. Perfect Blue ist so ein cooler Psycho-Thriller, Tokyo Godfathers so eine herzige Weihnachts-Mär, Millennium Actress irgendwo in der Mitte dazwischen… lediglich Paprika und Paranoia Agent würde ich hinter den dreien einreihen, fand sie aber dennoch echt gut. Ich glaub nicht, dass ich einen Lieblings-Kon habe.

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