Freitags-Review: Triangle

Ich habe mal meine Filmsammlung durchgeschaut und bin auf Filme gestoßen, die schon länger rumliegen, die ich aber noch nicht gesehen habe. Zu diesen zählt Triangle – Die Angst kommt in Wellen (selten blöder deutscher Untertitel übrigens), den ich mir auf Anraten eines Freundes gekauft hatte. Mindfuck wurde mir versprochen sowie eine Handlung, die man zweimal sehen müsse, um sie zu verstehen.

Jess ist eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem autistischen Sohn überfordert ist. Um etwas Abstand von dem schwierigen Alltag zu gewinnen, geht sie zusammen mit Freunden Greg, Downey, Sally, Heather und Victor auf einen Segeltörn, während ihr Sohn in der Schule ist. Mitten auf dem Meer wird das Boot von einem Sturm überrascht und kentert und Heather taucht nicht wieder auf. Doch die Gruppe hat Glück im Unglück: Ein vorbeifahrendes Schiff ist ihre Rettung. Als sie dieses betreten, müssen sie feststellen, dass es komplett verlassen scheint. Noch seltsamer ist, dass Jess behauptet, das Schiff zu kennen. Schnell wird klar, dass es mit einem Déjà-vu nicht zu erklären ist, als sie ihren Schlüsselbund findet, an dem sich auch ein Foto ihres Sohns befindet.

Die Gruppe untersucht getrennt verschiedene Bereiche des Schiffs. Während Jess sich in den Ballsaal begibt wird sie dort von Victor angegriffen, der eine schwere Verletzung am Hinterkopf hat, an der er letztlich verendet. Als sie einen Schuss hört, begibt sie sich in den Theatersaal, wo Downey und Sally sich um einen verletzten Greg kümmern, der Jess beschuldigt, auf ihn geschossen zu haben. Als sich ihre Freunde gegen sie wenden, werden diese von einer Empore aus von einem Maskierten erschossen. Jess kann indes fliehen und ihr gelingt es, den Täter mittels einer Feuerwehraxt von Bord zu werfen, nachdem dieser bizarre letzte Worte von sich gegeben hat, nämlich, dass sie die Neuankömmlinge töten müsse, wenn sie das Schiff verlassen will. Dann hört sie Hilferufe vom Meer her und erkennt die Gruppe wieder, die sich dem Schiff nähert, inklusive einer Version ihrerselbst

Triangle ist zu Beginn ein interessantes Filmchen. Dass Australier Horrorfilme mit eher unkonventionellem Verlauf und intelligent agierenden Charakteren machen können, weiß ich seit Wolf’s Creek. Auch hier scheint der Hauptcharakter die Situation analytisch zu durchblicken und versucht etwas zu unternehmen, das dem Zuschauer sinnig erscheint. Leider hält dies nicht lange an, denn schon bald scheint sie, obwohl sie wissen müsste, was passieren wird, die Situation des ersten Zyklus aus anderer Perspektive nachzustellen, um letztlich zu scheitern. Interessant ist definitiv auch, dass die Zeitschleife, die immer und immer wieder abläuft, nicht wie in anderen Filmen die letztliche Situation resettet. Angerichtete Schäden sowie Leichen verschwinden nicht. Dass dies zu Handlungslöchern führt, ist absehbar und spätestens mit einem Twist kurz vor Ende (Stichwort: Möwe) wird dem mitdenkenden Zuschauer klar, dass hier irgendwas nicht zusammen passen kann.

Ich finde es immer schade, wenn ein Film unerwartet gut zu werden scheint, um letztlich im Plothole-Hagel zu versinken oder ein hochgradig dämliches Ende zu präsentieren. Ersteres ist bei Action-Filmen und Splatter-Horror durchaus verzeihbar, nicht jedoch bei einem Psycho-Thriller, der sich intelligent präsentieren will, wie hier geschehen. Schade ist dies auch, weil die Charaktere grundsätzlich sympathisch sind. Nochmaliges Korrekturlesen des Drehbuchs hätte hier nicht geschadet.

Fazit: ★★★☆☆

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3 Kommentare zu „Freitags-Review: Triangle“

    1. Du hast mal positive Reviews geschrieben? Faszinierend.^^
      Wie gesagt: Wenn man aufpasst, fallen einem eben ein paar Plotholes auf, die leider zum Ende hin nicht beseitigt werden und die auch nicht mit Mystery erklärbar sind, sondern einfach undurchdacht.

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