Freitags-Review: Exte

Halloween, der Abend vor Allerheiligen steht vor der Tür und ihr braucht eventuell noch einen Tipp, was ihr Gruseliges mit euren Freunden schauen könnt? Wie wär’s denn mit einem typischen J-Horror mit langen Haaren respektive eine Hommage an diese? Ich hätte da mal wieder was von Herrn Sono im Angebot: Exte – Hair Extensions.

Yamazaki Gunji ist Haarfetischist. Des Nachts arbeitet er als Wachmann in der Leichenhalle, wo er jeden Toten der neu reinkommt persönlich inspiziert. Gefällt ihm das Haar, so schneidet er es ab und nimmt es mit nach Hause. Als eines Tages die Leiche einer jungen Frau eingeliefert wird, ist er von ihrem Haar sofort begeistert und macht sich daran, es abzuschneiden, nur um festzustellen, dass es kurz darauf wieder nachwächst. Da er glaubt, den Jackpot gezogen zu haben, entwendet er die Leiche und legt sie bei sich zu Hause in eine Hängematte. Nach und nach entwickelt er eine regelrechte Obsession und er beschließt, dass jeder in der Stadt solch schöne Haare haben sollte, daher verteilt er das abgeschnittene Haar an die Friseursalons der Stadt, damit diese sie als Extensions für ihre Kunden nutzen.

Szenenwechsel. Die junge Yûko ist Auszubildende im Friseursalon „Gilles de Rais“. Als sie eines Tages Mami, ihre Nichte, vor der Haustür vorfindet, weil diese von ihrer Mutter Kiyomi abgegeben wurde, damit jene sich ihren Lovern zuwenden kann, entscheidet Yûko sich, das Kind vor ihrer ausfälligen Schwester zu bewahren. Kiyomi versucht dennoch immer wieder vorbeizukommen, während ihre Schwester auf der Arbeit ist, um ihr Essen und Klamotten zu entwenden und traktiert Mami dabei mit Schlägen. Doch Yûkos Mitbewohnerin Yuki hält sie auf.

Wieder Szenenwechsel. Gunji taucht im Salon auf und bietet seine Ware feil, die die Mitarbeiterin Kondo gleich an sich ausprobiert. Als diese jedoch nach Hause kommt, erlebt sie ihr blaues Wunder. Etwas stimmt mit diesen Extensions ganz und gar nicht. Sie verschaffen ihr volles, lebendiges Haar…

Ursprünglich war ich von dem Film gar nicht so angetan, schaute ihn mir aber letztlich dennoch an, da ich ein ausgemachter Fan von Sono Shion bin. Dieser hatte mich zuvor bereits mit seiner Hass-Trilogie schwer beeindruckt. Nun also wurde es ein J-Horrorfilm. Richtigerweise müsste man es sogar als Parodie auf J-Horrorfilme à la Ringu und Juon sehen, denn er thematisiert den Horror der langen Haare, die in genannten Filmen bereits prominent vertreten waren und man merkt, dass sich der Film zu keiner Sekunde ernst nimmt. Wer allerdings eine vergleichsweise dichte Atmosphäre erwartet wird ebenso enttäuscht, wie die Splatterfans und leider taugt der Film auch nicht vollständig als Horror-Komödie, da er für diese nicht genug Witz enthält. Was bleibt also Horrorfans übrig? Eine krude Story, klischeehafte Charaktere und ein paar nette Effekte, die Menschen mit Chaetophobie (Angst vor Haaren) eventuell doch ein bisschen verstören könnten.

Insgesamt hätte man durchaus mehr rausholen können, vor allem, da die Story sich in mehrere Handlungsstränge aufteilt, die hier und da zu schnell zusammenlaufen oder abgebrochen werden. Obwohl dies vermutlich auch ein bisschen den Reiz an dem Film ausmacht, denn außer der Tatsache, dass man natürlich weiß, wer auf jeden Fall überleben wird und dass es natürlich zur Katastrophe kommen wird, ist der Film nicht sonderlich vorhersehbar. Im Grunde erwartet man hier und da Twists, die nie eintreten. Insgesamt nicht der beste Sono, aber durchaus ansehbar.

Fazit: ★★☆☆☆

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