Freitags-Review: A Scanner Darkly

Es ist Freitag Abend und das heißt, dass wir uns einem weiteren Freitags-Review widmen. Diesmal geht es in eine Welt voller grotesker Abgründe, eine Welt voller Drogen und mitten drin Keanu Reeves als abhängiger Angestellter einer Spionagefirma. Vor ihm breitet sich die Welt auf dem dunklen Schirm aus: A Scanner Darkly.

Agent Fred arbeitet als verdeckter Ermittler im Drogenmillieu unter dem Namen Robert Arctor. Dabei soll er Händlern der Substanz T auf die Schliche kommen. Seine wahre Identität bleibt selbst seinem Auftraggeber geheim, da er, wie alle Agenten seiner Organisation den „Jedermann-Anzug“ trägt, der ständig sein Äußeres ändert und seine Stimme verzerrt. Während seiner Ermittlungen kommt er selbst in Kontakt mit der Substanz T und wird abhängig. Nach und nach zerstört die Droge sein Gehirn und führt zu einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung, die dazu führt, dass er irgendwann nicht mehr wahrnimmt, dass Teil seines neuen Auftrags ist, neben seinen neuen Drogenkumpels sich selbst zu obervieren…

Dies ist im Grunde auch schon die ganze Story, denn mehr kann man nicht verraten, ohne zuviel zu verraten. Fest steht, dass der Film durch seine technische Machart und seine Erzählweise eine Erfahrung ist. Durch Rotoskopie, also einer Technik, bei der mit realen Schauspielern gedrehte Filmszenen in einen Zeichentrickfilm verwandelt werden, wirken die Bilder noch um einiges bizarrer. Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass die Romanvorlage auf den persönlichen Erfahrungen des Autors Philip Kindred Dick beruht. Dieser war einer der bekanntesten Science-Fiction-Autoren und dürfte durch zahlreiche Verfilmungen seiner Werke wie Total Recall, Blade Runner oder auch Minority Report bestens bekannt sein. Wieder einmal  zeichnet er das Bild einer dystopischen Zukunft in einem Überwachungsstaat, in bester Tradition zu George Orwell und das 30 Jahre vor NSA und Co.

Mir hat der Film durchaus gefallen, auch wenn es Anfangs etwas schwer zu folgen war, was durchaus gewollt ist, denn der Erzähler selbst ist durch seinen Drogenmissbrauch keine verlässliche Quelle. Bizarr wirken die paranoiden Anfälle als die Hauptcharaktere auf die Idee kommen, ihr Haus zu verkaufen, aus Angst, man habe ihnen Drogen untergejubelt. Leider verliert sich Vieles in den wirren Dialogen, die zwar den zerstörten Zustand der Charaktere wunderbar wiedergeben, jedoch nicht zum Handlungsverlauf beitragen, dessen Tempo eher gemächlich daherkommt. Im Grunde passiert gar nicht so viel und der Twist ist leider auch frühzeitig auszumachen. Als Unterhaltungsfilm für einen gemächlichen Abend taugt der Film leider ebenso wenig wie als tiefgründiger Nachdenkfilm. Dennoch sollten Freunde des ungewöhnlichen Kinos dem relativ kurzen Mindfuck-Erlebnis eine Chance geben.

Fazit: ★★★☆☆

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