Koalas sind niedlicher

Wie letzte Woche angekündigt geht es heute weiter mit dem Kleinkünstler, dem Känguru und ihr unmögliches Zusammenleben in der Känguru-Chroniken zweiter Teil: Das Känguru-Manifest.

Wieder einmal stehen wir vor einer Reihe von Episoden aus dem Leben des kommunistischen Kängurus. Oder des Kleinkünstlers? Wie das Cover bereits andeutet, nimmt erstgenanntes diesmal eine größere Rolle ein. Es geht nicht mehr nur um einen genervten Entertainer, dessen Leben durch ein vorlautes Beuteltier aus den Fugen gebracht wird, nein, denn das ist es bereits. Vielmehr haben sich die beiden mittlerweile arrangiert und auch die liebgewonnenen Nebencharaktere wie Herta und Friedrich Willhelm tauchen selbstverständlich erneut auf. Zeit also, neue Charaktere einzuführen und die kommen zahlreich, denn nach und nach lernt man diese innerhalb der kurzen Episoden kennen. Doch statt diese als einmalige Erscheinung auftreten zu lassen, wie es noch im ersten Teil der Fall war, bekommen diese nun eine größere Rolle als das Känguru ganz im Sinne seines Lebenswerks „Opportunismus und Repression“ sein so genanntes Asoziales Netzwerk aufbaut, dessen Ziel es ist, die Weltordnung mittels Anti-Terroranschlägen aus den Fugen zu bringen und dessen erste Mitglieder sich aus einem Boxclub rekrutieren. (Sagt einem Känguru niemals, dass ihr boxen wollt!)

Der Aufbau genannten Netzwerks richtet sich nicht nur gegen die Banker, den Kapitalismus und die folgsamen Schafe der Bevölkerung, sondern vor allem gegen eine Partei, die in der Gesamthandlung eine größere Bedeutung bekommt und die, auch wenn das Buch bereits 2011 erschienen ist, erstaunliche Parallelen zu einer 2013 gegründeten, real existierenden Partei hat. Der Vorsitzende der fiktiven Partei, Jörn Dwigs, hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe seines neu errichteten Ministeriums für Produktivität, alle unproduktiven Ausländer des Landes zu verweisen. Klar, dass da auch das ewig hedonistische Känguru keinen guten Stand hat und nachdem der gute Herr vom Beuteltier sichtlich angepisst wurde, hatte dieses komplett verscherzt. Die Situation wird zusätzlich durch den gefiederten Nachbarn, den Pinguin, der als Opponent zum Känguru dient. Neben der Bedrohung, die eigene Identität an einen mäßig sozialdemokratischen Disney-Koala zu verlieren.

Das Känguru-Manifest zieht in Sachen Handlungsverlauf trotz seiner Episodenhaftigkeit deutlich an. Man kann am Ende einen roten Faden erkennen, dem man kaum merklich gefolgt ist, immer wieder unterbrochen durch lustige Geschichten und der Einführung mehrerer amüsanter Nebencharaktere, die für den nächsten Running Gag verpulvert werden, ohne dass dieser beim erneuten Anhören an Wirkung verliert. Wir lernen neue Wortkreationen kennen (Razupaltuff, pentizikulös…) und sehen, wie sich die Welt in einen kapitalistischen Moloch verwandelt („Ich arbeite gern für meinen Konzern“) ummantelt von neuzugeordneten Zitaten. Im Grunde macht das Buch alles richtig, was man von ihm erwartet. Mehr von dem, was das erste Buch so toll gemacht hat und in der richtigen Dosis Neues hinzugefügt. Daher lautet mein…

Fazit: ★★★★★

Der dritte Teil wird ebenfalls bald an dieser Stelle behandelt, allerdings nicht gleich nächste Woche. Fans des Kängurus dürfen sich aber schon mal auf das fulminante Finale freuen.

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