HBC: Guilty of Romance

Home Base Cinema ist zurück. Nachdem in der Kategorie schon länger nix mehr zu vernehmen war, gibt es jetzt wieder alle zwei Wochen ein Film-Review. Und begonnen wird gewissermaßen mit einem Nachholtermin, denn im letzten Jahr gab es mit Love Exposure und Cold Fish bereits die ersten beiden Teile von Sono Shions Hass-Trilogie, nun folgt der dritte Teil: Guilty of Romance.

Ein bizarrer Tatort gibt Kommissarin Yoshida Rätsel auf. Wer waren die Menschen, deren Körperteile mit denen von Schaufensterpuppen ersetzt wurden? Und warum hat der Täter sie so drapiert? Ihre Nachforschungen führen sie immer weiter ins Rotlicht-Millieu, in eine Welt käuflicher Liebe…Szenenwechsel. Das Leben von Izumi, der Frau eines erfolgreichen Schriftstellers, sieht immer gleich aus. Immer versucht sie ihrem Mann alles recht zu machen, ihm den Tee zu richten, wenn er nach Hause kommt, die Hausschuhe penibel genau hinzustellen, sodass er direkt in diese einsteigen kann. Um diesem Alltag zu entfliehen, beschließt sie einen Job an einem Würstchenstand in einem Supermarkt anzunehmen. Im Zuge dessen kommt sie in Kontakt mit einer Kundin, die ihr einen Job bei einer Modelagentur anbietet. Sie willigt ein, doch bekommt erste Zweifel, als die Fotos immer freizügiger werden. Und sich einer der Mitarbeiter der Agentur an sie ranmacht. Und als es zum ersten sexuellen Kontakt kommt, fühlt sie sich befreit und ihr Lebensstil wandelt sich zunehmend. Auf ihrem Höhepunkt lernt sie die Uniprofessorin Mitsuko kennen, die sich in der Prostitution einen Zuverdienst erwirtschaftet. Ein verlockendes Angebot für die von ihrem Mann sexuell vernachlässigte Izumi…

Erst einmal: Wer ein Problem mit nackter Haut hat, ist hier definitiv falsch. Auch wer auf Gore steht, wird eher enttäuscht werden, denn hier handelt es sich um einen klassischen Psychothriller. Klassisch, im Sinne von Sono-klassisch, denn seine Filme tragen stets Markenzeichen wie die Verwendung klassischer Musik oder der Fakt, dass alle Charaktere im Laufe der zunehmend surreal wirkenden Geschichte am Rad drehen.
Die Handlung selbst springt zwischen den Geschichten der drei Hauptcharaktere wie auch im chronologischen Ablauf vor und zurück und man ist sich zwischenzeitlich nicht ganz sicher, wo eine Szene nun genau einzuordnen ist. Dafür spielen die Schauspieler, die sich auch in anderen Sono-Filmen wiederfinden, ihre Rolle wieder einmal sehr überzeugend, man kauft ihnen den Wahnsinn, in den sie nach und nach abgleiten, definitiv ab.

Kurz ist auch dieser Film nicht, doch ist er der kürzeste der Trilogie und, auch wenn er weiterhin als guter Film zu erachten ist, definitiv der Schwächste. Die Story selbst ist, wenn man sie mal geordnet hat, überraschend dünn und die Psychogramme der Charaktere hat man so oder so ähnlich bereits in den vorangegangenen Filmen gesehen. Dennoch bleibt eine Empfehlung für Filmfreunde, die dem Stil nicht abgeneigt sind. An das Highlight der Reihe, der zweite Teil, reicht er aber lange nicht heran.

Wertung: ★★★★☆

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2 Kommentare zu „HBC: Guilty of Romance“

    1. Keine Sorge, es wird wohl nicht der letzte Sono-Film bleiben, den ich reviewe. Dennoch werde ich erst einmal zu anderen Filmen übergehen. Da werden aber sicherlich auch weitere dabei sein, dir für dich interessant sein könnten. =)

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