Rage against YouTube

Eigentlich wollte ich nach den letzten Wochen, in denen es immer wieder Einträge zu Let’s Play-Projekten meinerseits gab, in dieser Woche zu einem völlig anderen Thema kommen. Eigentlich, denn die aktuellen Ereignisse der vergangenen Woche machen es mir quasi unmöglich darüber zu schweigen. Konkret geht es um neue Geschäftsbedingungen bei YouTube, die es Firmen erleichtert, Urheberrechtsverletzungen anzuprangern. Dies betrifft vor allem Let’s Player, die ihren Kanal monetarisiert haben, d.h. damit Geld verdienen. Bei den meisten, die Let’s Plays in der Regel hobbymäßig betreiben, geht es nur um sehr kleine Beträge, doch für die großen Let’s Player, die dies tatsächlich hauptberuflich machen, ist es doch ein gewaltiger Schlag. Im folgenden Video seht ihr eine Seite der Reaktionen:

Dass das Urheberrecht schon lange reformiert werden sollte, steht außer Frage, denn in Zeiten des Internets und der neuen Verbreitungsmethoden, kann man nicht mehr mit archaischen Modellen daherkommen, mit denen Abmahnkanzleien gutes Geld verdienen. Bei einer eventuellen Neufassung sollte auch mit Augenmaß vorgegangen werden, denn es kann nicht sein, dass man durch das Herunterladen oder Streamen eines Films oder eines Musik-Albums eine vier- bis fünfstellige Geldbuße blechen muss. Erst recht, da die Illegalität letzteres (des Streamens) sehr umstritten ist. Rechtsanwalt Christian Solmecke hat hierfür einen sehr guten YouTube-Channel geschaffen, in denen insbesondere solcherlei Rechtsfragen so beantwortet werden, dass es auch der Otto-Normal-Internetnutzer versteht und gerade bei der genannten Abmahnwelle des Porno-Streamens steht er der abmahnenden Kanzlei mehr als kritisch gegenüber.

Doch zurück zu YouTube und dem dortigen Problem. Wie oben bereits erwähnt gibt es viele Let’s Player, die qualitativ hochwertige Videos produzieren und viel Leidenschaft und auch Geld in ihre Tätigkeit stecken. Der Gewinn aus diesen soll bei erfolgtem „Copyright Claim“ an die Unternehmen abgeführt werden und der Urheber der Videos selbst geht leer aus. Dabei dienen die entstandenen Videos jedoch häufig als Werbung und fest steht, dass auch viele Firmen dies begreifen und selbst nicht rechtlich gegen diese vorgehen. Nintendo selbst musste einen Shitstorm über sich ergehen lassen, als hier erste Ideen über Urheberrechtsverletzungseinsprüche laut wurden. Doch die Einsprüche werden häufig von Verwertungsgesellschaften, insbesondere wegen der verwandten Musik im Spiel, aufgeworfen.

Was also ist zu tun und was erwartet uns in Zukunft auf der größten Videoplattform weltweit? Nun, wenn es in dieser Manier weitergeht, werden wir einem kulturellen Channel-Sterben entgegenstehen. Und auch wenn es momentan allein schon auf deutscher Seite eine undurchsichtige Schwemme an LP-Channels gibt, so wird dies die aufstrebenden, qualitativ höherwertigen eher treffen. Die Reaktionen sind vielfältig, aber eindeutig:

Fest steht, dass die Zeiten des Internets der totalen Freiheit hinter uns liegen. Und wo wir Petitionen und Demonstrationen gestartet haben, um das Internet vor staatlichen Zugriffen zu schützen und uns Google scheinbar beistand, waren wir blind für die andere Seite, dem Einfluss durch die Großkonzerne selbst. Dies wird sich nun zunehmend rächen. Ich blicke (an)gespannt der Zukunft entgegen, tippe weiterhin meine Zeilen und produziere weiterhin meine unkommerziellen Let’s Play-Videos, solange mir dieses Hobby noch möglich ist.

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4 Kommentare zu „Rage against YouTube“

  1. Das trifft ja nicht nur Let´s Player, sondern auch Reviewer, die davor nach Gesetzt geschützt sein müssten. Ich selbst bin davon jetzt nicht betroffen (oder eher, ich war davon eh schon befroffen und musste mich damit rumärgern) aber einige Kanäle, denen ich folge.

    1. Natürlich. Tut mir Leid, das hätte ich noch deutlicher erwähnen sollen. Aber im ersten Videobeispiel sieht man ja einen Reviewer bzw. Newsposter. Das war aber schon immer ein bissel das Problem. Obwohl von der Filmwirtschaft selbst gestattet, sperrt YT Videos, in denen Trailer verwendet werden. Dies war auch der Grund, weshalb das Format Pantoffel TV auf einen eigenen Server umgezogen ist.

  2. Da ich ja nicht mehr in den Genuss der „hohen“ Qualität von YouTube kommen werde, wollte ich mal fragen, ob diese Sache mit den Content ID-Treffern immer noch aktuell ist oder ob sich die Sachlage wieder geändert hat. Bei den ganzen häufigen Umstellungen und Verschlimmbesserungen könnte das ja gut sein…
    Zweifelsohne ist das eine blöde Sache, welche die Freiheit der Videoersteller noch weiter einschränkt. Klar, ich bin auch für die Einhaltung von Urheberrechten, aber dieses bräuchte dringend eine Überarbeitung in Zeiten wie diesen, damit in Zukunft nicht mehr solche Unklarheiten entstehen können. So oder so gibt es momentan viele Grauzonen und man kann sich nie wirklich sicher sein, wie das in individuellen Konfliktlösungen gelöst wird.

    Ich finde aber nicht nur die Entwicklung von YouTube selbst, sondern auch das seiner User etwas problematisch. Da das aber hier nicht ganz passt und auch den Rahmen sprengen würde, verlinke ich einfach ein Video, das zumindest im Groben meine Probleme mit den meisten Erstellern und seinen Usern anspricht: http://www.you(***)tube.com/watch?v=rcOUksixNeg

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