Games & Sex

Was war das nur für eine Woche… während ich mir fest vorgenommen habe, doch etwas für meine Hausarbeit zu tun, aber wie üblich der Prokrastination verfiel. Die Deadline wird’s schon richten. Statdessen bin ich mal wieder auf ein paar interessante Internetvideos gestoßen, die ich gerne mit euch teilen würde.

Zunächst mal etwas leichte Kost für den Einstieg und ein Fest für Freunde des 8bit-Gamings. Erlebt die letzte Welt aus Super Mario Bros. 3 aus der Ego-Perspektive:

Als nächstes wollen wir unseren Videospielhelden in ihre privaten Gemächer folgen. Wollen wir wirklich? Spätestens nach diesem Video ist man sich nicht mehr so sicher…

Was hierzu wohl die gute Anita Sarkeesian dazu sagen würde? Ursprünglich wollte ich die gute Frau ja ignorieren, jedoch hat sie mit ihrer Reihe Feminist Frequency einen Großteil der Videospielgemeinde gegen sich aufgebracht, in dem sie anprangerte, dass Videospiele sexistisch gegenüber Frauen sind. Zum Beweis nahm sie Ausgabe für Ausgabe Videospiele und auch Filme auseinander und betrachtete sie aus feministischer Perspektive. Gewaltige Ausmaße nahm der Shitstorm, der auf sie niederging, an als sie ein Kickstarter-Projekt aufbaute, in dem sie nochmal in größerem Umfang auf die Benachteiligung von Frauen in Medien hinweisen will. Nun, nachdem man lange Zeit nichts mehr hörte, ist ihre erste Folge zu Tropes vs Women in Video Games draußen:

Ich persönlich finde ihre Kritik zu einseitig formuliert und sie richtet sich auch teilweise gegen die falschen Spiele. Gerade Mario erzählt eigentlich keine große Geschichte, oder hat sich jemand jemals ein Mariospiel wegen der Story angeschafft? Mario braucht einfach nur einen Anreiz, einen Grund loszuziehen und verschiedenen Leuten eins auf die Mütze zu geben. Und da eignet sich nun mal die entführte Prinzessinnen-Geschichte perfekt. Mit Kritik an ihren Methoden stehe ich aber auch nicht allein da. Diese prallt leider an ihr ab, da sie nur die mobbende Meute an Shitstormern sieht, die nichts besseres zu tun hat, als sie zu beleidigen. Die konstruktive und berechtigte Kritik geht unter und will auch nicht gehört werden, weswegen sie die Kommentarfunktion zu all ihren Videos sperrt.

UPDATE: Take this Anita!

Zuletzt noch ein Video, das ich persönlich ganz nett fand und prima zur aktuellen Debatte Ja oder Nein zur Homo-Ehe und Adoption von Kindern passt:

Ich persönlich höre von Gegnern immer nur dieselben religiös gefärbten, fundamentalistischen Argumente: Das sei nicht natürlich (kommt aber seltsamerweise bei vielen Tierarten auch vor), ein Kind entsteht nur zwischen Mann und Frau (also alle Ehen von unfruchtbaren, alten und sonstigen kinderlosen Paaren scheiden lassen), Kinder brauchen Vater und Mutter (Alleinerziehende also zwangsverheiraten!), ein Kind, das gleichgeschlechtliche Elternteile hat, wird mehr gehänselt und stößt auf Ablehnung (ja, und zwar von euch homophoben Idioten!)… Auch hierzu hat der AmazingAtheist eine Meinung.

Meine persönliche Meinung: Lasst doch die Leute tun, was sie möchten, solange sie niemandem damit schaden und jeder Mensch sollte vor dem Gesetz gleich behandelt werden! Außerdem würde möglicherweise sonst dies passieren…

Eure Meinung zu allem obendrüber geposteten würde mich interessieren. Schreibt’s in die Comments!

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13 Kommentare zu “Games & Sex”

  1. Frau Sarkeesian ging mir bisher auch relativ am Arsch vorbei, genau wie ich die Kontroverse um diesen Kickstarter nicht ganz verstand. Wenn Leute dem Mädel das Geld geben wollen, um diese Videoreihe zu machen, dann sollen sie das doch. Macht doch mittlerweile sowieso jeder zweite einen Kickstarter für alles.

    Es ist halt so, dass mir als Mann ihre Sicht nicht wirklich interessiert. Sicher mag es für Frauen schade sein, dass es so wenig Role Models für sie in Spielen gibt. Sicher ist es schade, dass wenn Nintendo sich sagt „jetzt machen wir mal einen Peach-Platformer für die Mädels“ alles stereotyp pink eingefärbt wird und sie mit PMS-Kräften kämpft. Aber irgendwo ist es ja auch verständlich, dass viele Game männliche Portagonisten und Damsel in Distress Syndrom aufweisen. Ein Großteil der Spielerschaft von Action-Titeln ist immer noch der herosexuelle, männliche Teenager, dessen Identifikation entsprechen auszusehen hat und bei dem die attraktivste Belohnungs-Karotte eben die Rettung eines Sexy Babes ist, von der man dafür midnesten einen Blowjob erhoffen kann.

    Ich beschwer mich ja auch nicht ständig darüber, dass homosexuelle Role Models noch weniger verteten sind, solch sexuell orientierte Charaktere in Spielen häufig entweder der Bösewicht sind, stereotyp-schwuchteliger Comic Relief Nebencharakter oder Fanservicy Lesbians. Wenn die Frau Sarkeesian für mehr Gleichberechtigung in Games kämpfen und mehr ernstzunehmende Spiele für Frauen sehen will, dann soll sie das von mir aus ruhig tun, als Nicht-Feminist scher ich mich aber nicht wirklich drüber in die eine oder andere Richtung.

    1. Bei einem Blick auf mein Spieleregal fielen mir übrigens sehr viele Spiele mit verhältnismäßig starken Frauenrollen auf: BG&E, Metroid, Eternal Darkness, Project Zero 2, Silent Hill 3, Killer7, Baten Kaitos… und und und. Es gibt definitiv genug Gegenbeispiele, aber die machen sich so schlecht in der Kritik.

      1. „…Metroid…“

        And then Other M happened 😀

        Ich denk auch mal, dass starke Frauen zumindest in Mainstream-Spielen, also jenen, die die breite Masse vor Augen hat, etwas fehlen.

        Ganz witzig ist, vor kurzem hab ich erst was zum Spiel „Lifeline“ auf der PS2 gesehen. Das die ist eine innovative, aber nicht wirklich funktionierende Idee: Es nutzt das Mikrofon-Update der Konsole, um per Voice Talk den Spielercharakter zu steuern. Sprich statt normal am Kontroller zu sitzen, sagt man, was zu tun ist. Das ist dann in der Handlung so eingebaut, als das der Spieler im Kontrollraum einer von Aliens angegriffenen Raumstation sitzt, also alles per Kameras im Überblick hat, während der Charakter, der sich durch die Station schlagen muss, von jenem über Funk gesagt bekommt, was Sache ist.

        Nur ist es jetzt so, dass man nicht einfach nur sagt „Der Kontrollschalter, den du umlegen musst, ist in Raum X“ oder „Pass auf, dort ist ein Monter um die Ecke“ etc. sondern wirklich jede einzlnen Befehl, den man normalerweise per Buttons am Kontroller machen würde, sagen muss. Sprich auch „Schieß auf den Gegner vor dir“ und „Geh gerade aus“. Wenn man drüber nachdenkt, ist das natürlich reichlich dämlich, dass jener Charakter total immobil rumsitzen und sich zerfleischen lassen würde. Anscheinden fanden die Macher das jedoch plausibler, in dem sie die zu kontrollierende Figur zu einer Frau gemacht haben. Weil ohne einen Mann, der denen sagt, was sie zu tun haben, sind die bekanntlich aufgeschmissen ;P

        1. Man kann natürlich alles chauvinistisch uminterpretieren, das machen ja auch radikale Feministinnen, weswegen sie sich stets benachteiligt fühlen. Dabei ist längst ein umgekehrter Trend zu verzeichnnen: Bei uns an der Uni gibt es Frauenförderstellen, also Doktoranden- und Professurenstellen, die nur von Frauen besetzt werden können. Bei den HiWi-Jobs steht unten dabei, dass sich Frauen bewerben mögen, da die Uni die Frauenquote steigern will. Dementsprechend werden diese auch bevorzugt. Ich frage mich gerade in meinem Studienfach: Wieso eigentlich? Wir haben 5 Dozenten und 3 Lektoren an unserem Institut, darunter sind 2 Männer. der Rest alles Frauen. Unser Studiengang hat auch was Studenten betrifft eine Frauenquote von locker 70%. Also wo die Forderung, mehr Frauen in der Wissenschaft zu etablieren herkommt, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

          1. Mit der Frauenquote kommt sehr sehr stark auf die Studienrichtung an. In Wirtschaft haben wir praktisch nur Dozenten. Da gibt es wirklich keine weibliche Dozentinnen.
            In Medien sieht die Sache etwas anders aus. Da gibt es sehr wohl beide Geschlechter.
            Wahrscheinlich sieht die Sache genauso anders aus, wenn man soziale Arbeit studiert.
            Ich finde einfach, man sollte Frauen nicht bevorzugen, sonder gleich behandeln. Allerdings wenn man die beiden Geschlechter beide gleich gut findet, wird oftmals der Mann bevorzugt, da die Frau bekanntlich Familie und irgendwann Kinder haben will. Und da fällt sie einfach aus dem Arbeitsalttag heraus. Das kann einem bei einem Mann nicht passieren. Man findet ja immer Gründe jemanden nicht zu nehmen.
            Und ja – ich hasse es zu sagen – es wird immer noch genderspezifische Berufsbereiche geben.

  2. Auf der einen Seite verstehe ich Anita Sarkeesian ja. Und auch finde ich es gut, wenn sie sich für mehr Gleichberechtigung und weniger sexualisierte Inhalte einsetzt. Da soll sie ruhig ein Kickstarter machen. Aber da finde ich es natürlich kontraproduktiv, wenn sie die Kommentarfunktion abstellt. Und ja, ich muss dir auch recht geben: genauso hätte sie andere Spiele herausziehen können, bei denen die Frauen die Starken sind. Tja, die kann man natürlich übersehen.
    Auch wird eben das produziert was nachgefragt wird. Das sind eben die bisherigen konzipierten Spiele für eine überwiegend männliche Kundschaft. Wieso auch nicht, es wird ja gekauft..

    Das mit der Homo-Ehe kotzt mich langsam an. Dieses hin und her, machen wir und machen wir doch nicht, kann ich einfach nicht mehr aushalten. (obwohl eigentlich sollten wir es ja gewohnt sein, da es bei wichtigen Sachen wie Atom-Ausstieg genauso gelaufen ist) Ich finde, sie sollten gleichgestellt sein wie auch eine ganz normale Ehe. Wenn man die gleichen Pflichten hat, sollte man auch die gleichen Rechte haben.
    – sign your opinion –

    1. Ich finde übertriebenen Feminismus ziemlichen Quatsch. Selbiges gilt aber auch für die andere Richtung. Es ist eine Sache, wenn man Gleichberechtigung fordert – bin ich auch voll dafür, egal ob männlich, weiblich, transsexuell, homosexuell, heterosexuell, bisexuell – aber aus einer einzigen Perspektive die anderen Leuten über einen Kamm scheren geht gar nicht. Und durch die Überbevorzugung der einen Seite, erreicht man auch keine Gleichberechtigung, sondern nur Ungerechtigkeit in einer andere Richtung.
      Ja, das ist halt die Masche unserer guten Kanzlerin… solange rumdrucksen bis man von der Bevölkerung oder vom BuVerfG dazu genötigt wird. Ist auch wahnsinnig praktisch, denn auf die Weise vergrault man keine Wähler. Danach kann man nämlich der einen Seite Modernisierung vorgaukeln während man den konservativen Stammwählern erzählt: Wir wollten ja nicht, aber wir mussten…

  3. Okay, schon damals habe ich gewusst wie lange dieser Beitrag werden würde und auch heute beim Schreiben des Kommentars kenne ich schon im Voraus den Arbeitsaufwand, den ich hier reinstecken werde. Daher komme ich ohne Umschweife zuerst zu den seichten, rein unterhaltenden Inhalten, damit diese schon einmal abgefrühstückt werden.
    Das Video mit der Egoperspektive von Mario fand ich sehr gut gemacht. Dabei merkte ich auch, wie wenig ich mich rein theoretisch als eine Figur in einem Jump&Run eignen würde, da ich wohl zu schnell Höhenangst verspüren würde. So oder so wäre ich aber eh nicht geschickt genug…
    Bevor ich beim zweiten Video seinerzeit auf den Player drückte, dachte ich an ein anzügliches, anspielendes Video mit peinlichem Humor, von denen es ja im Internet zuhauf gibt, wurde aber äußerst positiv überrascht. Ich meine, es gibt größtenteils den Geist der Spiele wieder, spielt mit Insidern (beispielsweise Lara Croft und die ungenaue Steuerung, yay!^^) und strickt darum eine dazu passende Bettgeschichte. Also ich musste tatsächlich stellenweise schmunzeln.

    Da das jetzt aus dem Weg geräumt ist, kann ich ja zu einem meiner Anliegen kommen und das betrifft natürlich den angesprochenen Feminismus. Lasse mich zuvor aber eines klarstellen: Ich bin persönlich der Meinung, dass Frauen in der Tat noch benachteiligt sind und ich finde auch Geschlechterrollen sind – ganz gleich, ob männliche oder weibliche – in den meisten Fällen absolut beschissen. Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster und behaupte sogar: Geschlechterrollen bieten auf Dauer keinen einzigen nennenswerten Vorteil. Ein bestimmtes Video brachte es mal gut auf den Punkt: http://www.youtu(***)be.com/watch?v=381belOZreA#t=94
    Ganz gleich was man über Feminismus denken mag, aber meiner Ansicht nach war und ist er ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und wenn man sich genauer umhört, wird man noch immer auf Ressentiments stoßen (man denke zum Beispiel da an die Behandlung von weiblichen Spielerinnen in der Gamerszene – Extra Credits hat es hier kurz und knackig zusammengefasst: [http://www.you(****)tube.com/watch?v=Dt9GwmOWoqo]; oder die Sache mit den Ü-Eiern, die „nur für Mädchen“ sein sollen und gleich beide Geschlechter diskriminieren). Daher ist Feminismus noch immer erforderlich, damit wirklich dann eines Tages Gleichberechtigung herrschen kann. Ist doch auch etwas, nach dem auch alle Minderheiten streben, nicht wahr?
    Allerdings wählen da manche radikalen Femen den falschen Weg, wenn nicht sogar das falsche Ziel, denn einerseits können sie dadurch nicht mehr ernst genommen werden, andererseits hängen sie sich an Kleinigkeiten auf und erreichen damit nur das Gegenteil. Alice Schwarzer war beispielsweise einst ein wichtiger Bestandteil der Frauenbewegung, hat sich aber verrannt und vertritt teilweise sogar Thesen, die schlichtweg nicht mehr zeitgemäß sind. Ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Beruf Prostituierte wäre da zum Beispiel ein Feld, bei dem die „neuen“ Feministinnen nur noch mit den Augen rollen können. Ist ja auch klar, gehört freiwillige Prostitution schlichtweg zu den Dienstleistungen und somit zu den Berufungen. Es gibt sogar Prostituierte, denen ihr Beruf enorm Spaß bereitet, also warum nicht auch für Freiheit und mehr Rechte in jenem Berufsfeld kämpfen? Aber nein, die werte Frau Schwarzer muss freiwillige Prostitution (ein Beruf) und Zwangsprostitution (ein Verbrechen) gleichsetzen…
    Dann gäbe es noch mit der ursprünglich nur in der Ukraine angesiedelten Gruppierung „Femen“ eine dubiose Vereinigung, die mit ihren nackten Protesten durchaus Medienaufmerksamkeit erreichen, aber ähnlich wie die PETA radikale Ausmaße annehmen und weder Lösungsvorschläge, noch Inhalte bieten können. Wahrscheinlich hast du sogar einmal von ihren Aktionen mitbekommen, weil sich die Medien auf ihre barbusigen „Proteste“ wie Aasgeier auf ihre Beute stürzen. Ironischerweise gab es zu den Femen auch mal ein Skandal um einen gewissen Viktor (Nachname vergessen; ist aber auch nicht weiter wichtig), der im Hintergrund die ganzen Fäden zieht und sogar ein Tyrann gewesen sein soll.
    Ähnlich wie mit der vokalen Minderheit sind solche radikalen Gruppen im Vergleich zur Gesamtmasse eher klein und daher sollte man nicht alle existenten Feministinnen verdammen oder über einen Kamm scheren. Natürlich sollte das einem schon längst klar sein, wollte es aber zur Sicherheit erwähnt haben.
    Dabei fällt mir gerade ein, wie sehr mich Rape Culture und Slut Shaming aufregt. Für jemanden, der bereits mehr oder weniger mit diesem Thema in Berührung gekommen ist, ist es jedes mal erschreckend, wenn irgendwo das Thema Vergewaltigung fällt und dann jemand tatsächlich behauptet, das Opfer hätte sich gefälligst nicht so aufreizend anziehen oder in der Umgebung befinden sollen. Oder auch die Behauptung, Prostituierte können nicht vergewaltigt werden. Solche Aussagen sind einfach… Ich könnte kotzen. Und es ist tatsächlich so, dass diese Annahmen relativ häufig getätigt werden.
    Slut Shaming ist dagegen ein nicht ganz so harter Bereich, betrifft aber die Einmischung in fremde Lebensentwürfe. Warum wird eine weibliche Person als Schlampe bezeichnet, wenn sie wechselnde Partner hat? Und warum ist ein Mann dagegen ein geiler Hengst, ein Held? Solange sie niemanden schadet und auch der Konsens da ist, hat keiner etwas darin zu suchen. Ich möchte auch keine Fremdeinwirkung auf mein Leben haben, kann es aus dem Grund gut nachvollziehen und daher regt mich dieser Bereich auf.
    Gehen wir mal über zu den Medien, denn dieser Bereich betrifft zum einen das Video weiter oben und zum anderen wären auch noch ein paar Ansätze an dieser Stelle vielleicht interessant.
    Hast du schon einmal etwas vom Bechdel-Test gehört? Falls nicht, dann schau dir dieses Video kurz an (http://www.you(***)tube.com/watch?v=t9jAz5TgMgk) oder lies dir einfach meine Erklärung dazu durch:

    Der Bechdel-Test umfasst drei grundlegende Kriterien, die in einem Film (oder einem anderen Medium) vorhanden sein müssen, um den Test bestehen zu können:
    1. Es müssen zwei Frauen darin vorkommen. Vornehmlich mit Namen.
    2. Sie müssen miteinander reden.
    3. Sie dürfen nicht über Männer reden.

    Der Test besitzt meiner Ansicht nach keinen wissenschaftlichen Hintergrund und auch entscheidet er nicht komplett über die Güte starker Frauenrollen, stellt aber die Gleichberechtigung der beiden Geschlechter in einem Medium infrage. In meinen Augen könnte er schon einmal ein erster Ansatz zur kritischen Betrachtung bestimmter Medien dienen und wenn man bedenkt, wie einfach diese Bedingungen sind und wie häufig doch viele Medien – auch die sogenannten Frauenserien – durchfallen, sollte man sich schon einige grundlegende Gedanken machen. Ursprünglich war dieser Test für Filme gedacht und es könnte natürlich sein, dass bestimmte Medien nicht ganz in diese Kategorie passen können (Metroid mit seiner Abwesenheit jedweder Dialoge zum Beispiel) und daher ein Test eher unangebracht wäre. Videospiele dürften in meinen Augen am ehesten aus dem Rahmen fallen, die im Gegensatz zu anderen Medien nicht unbedingt eine Handlung brauchen
    Hinsichtlich der Zielgruppe gehe ich mit Kaorus Meinung konform, möchte aber noch sagen, dass schon ein Unterschied zwischen einer Minderheit und wahrscheinlich die Hälfte der Bevölkerung liegt, obschon schon allen natürlich der Einbezug in den Mainstreammedien gebührt und wünschenswert wäre. Daher läge es vermutlich schon näher, wenn man auch den weiblichen Spielern denselben Zugang zu Videospielen zulässt, wie es auch bei den männlichen Artgenossen der Fall ist. Bis dahin wird es so oder so ihre Zeit benötigen, zumal der Anteil weiblicher Spielerinnen zwar wächst, aber vergleichsweise noch in der Unterzahl sind.
    So, nehmen wir uns doch mal die Anita vor, da wir gerade beim passenden Thema angekommen sind: Schlag mich nicht, aber das eine eingebettete Video empfand ich als gar nicht mal so schlimm. Ich betone das extra, weil ich mir damals einige andere Videos von ihr viel eher sauer aufgestoßen sind und sogar eher eine radikale Färbung beinhalten, muss aber auch erwähnen, sie nicht vorher gekannt zu haben und auch nicht weiter kennen zu wollen. Alleinstehend ist dieses eine Video für mich aber keinen Aufreger wert. Um die Gründe für meine Haltung deutlich zu machen, verdeutliche ich es mal an einem Beispiel und behaupte, jemand würde theoretisch auf fast exakt die gleiche Art und Weise ein kritisches Video zu Frauenrollen in animierten Disneyfilmen machen und dabei besonders die Negativbeispiele hervorheben. Ich bin ein riesiger Fan der Filme, liebe sie sogar, verstehe aber durchaus die nicht ganz ungerechtfertigte Kritik an den unselbstständigen Prinzessinnen und lasse dieser Person ihre Meinung. Schließlich hat jeder seine eigene Sichtweise auf ein Medium und sofern es begründbar oder zumindest nachvollziehbar ist, habe ich somit kein Problem damit. Das heißt aber nicht, dass ich hierbei nichts auszusetzen hätte oder die Sichtweise der Kritiker teile, denn in meinen Augen ist es tatsächlich ziemlich ungerechtfertigt, einfach so den Austausch durch Kommentare zu unterbinden und keine andere Meinung zu Wort kommen zu lassen. Youtube ist – wenn auch manchmal auf extrem niedrigen Niveau – eine kommunikative Medienplattform, auf der sich auch verschiedene Sichtweisen austauschen können und jeder Ersteller sollte dies auch ermöglichen, sofern nicht gute Gründe dagegen sprechen. Jedes Video ist berechtigt zur Kritik und man kann sich nur verbessern, wenn man Kritik zu beiden Seiten hin zulässt (und damit meine ich nicht dieses absolut blöde Bewertungssystem mit „Daumen hoch“ usw.). Auch den Vorwürfen, die Frau würde ziemlich einseitig argumentieren, muss ich teilweise zustimmen. Immer wenn man auf solch eine Art und Weise auf ein Problem aufmerksam macht, sollte man Lösungsvorschläge oder zumindest Ansätze bieten, um zukünftig das Problem aus der Welt schaffen zu können. Hilfreich wären auch Positivbeispiele, mit denen man den richtigen Weg weisen und dabei erste Vorstöße vorzeigen kann, um auch ein Bewusstsein für einen guten weiblichen Charakter zu schaffen.

    So, langer Text. Man merkt mir wohl mein Interesse und damit einhergehend mein Vorwissen zum Thema an, aber so bin ich mit meiner Neugierde.^^‘
    Noch einmal als Zusammenfassung und für die Personen mit der „tl;dr“-Attitüde: Feminismus ist eine wichtige Bewegung, die auch noch heute Bestand hat, da Frauen noch immer nicht komplett gleichgestellt sind. Allerdings sollte man es nicht übertreiben und in den Radikalismus abrutschen. Diese Frau Sarkeesian ist mir aber persönlich zu unwichtig und das Video harmloser als bei den ganzen Schilderungen gedacht, als dass sie mich großartig kümmern würde. Allerdings bedeutet das nicht, dass ich einigen Vorwürfen der Kritiker nicht zustimme.

    Wer jetzt gedacht hätte, ich wäre schon am Ende, der hat sich aber ordentlich geschnitten, denn ich habe auch noch einiges zur sogenannten Homo-Ehe zu sagen.
    Zunächst einmal stört mich die Bezeichnung, die quasi einen Unterschied zu einer „normalen“ Ehe festlegt, als ob erstere nicht denselben Wert besitzen darf. Dann stört mich noch die weitverbreitete Annahme, mit der Einführung der Verpartnerung sei nun die Gleichstellung erreicht, was natürlich nicht der Fall ist. Sogar in mehrerlei Hinsicht, wenn man bedenkt, dass eine Verpartnerung keine wirkliche Ehe mit denselben Rechten und Pflichten bedeutet und erst recht ermöglicht es keine Adoption. Natürlich muss man weder heiraten, noch Kinder haben wollen, aber allein die Möglichkeit dazu wäre schon großartig, zumal es bestimmt genügend schwule und lesbische Paare gibt, die gerne diese Schritte tätigen möchten. Aber bei der derzeitigen Regierung ist das schlichtweg ein hoffnungsloses Unterfangen und daher mache ich mir keine falschen Hoffnungen, bevor sich die Regierung doch irgendwann mal dazu erbarmt hat und ihre menschenverachtenden Ansichten geändert haben. Deshalb ärgert mich auch – mal abgesehen von einigen anderen Gründen – das letzte Wahlergebnis so sehr.
    Auch sehr ärgerlich sind die Regelungen beim Blutspenden und der Knochenmarkspende, da Schwulen pauschal es einfach nicht gestattet, überhaupt erst spenden zu gehen. Analverkehr und die damit einhergehenden möglichen Ansteckungen gibt es schließlich auch bei „völlig normalen“ Paaren mit genau denselben Risiken, also warum diese blödsinnige Regelung aufrecht erhalten?
    Wahrscheinlich ist Aufklärung der beste Weg, um Widerstände, Unwissenheit und Vorurteile abzubauen. Ein möglicher Anfang wurde schon mit dem Bildungsplan in deinem Bundesland gelegt und ich hoffe, es werden weitere Maßnahmen noch für ganz Deutschland folgen. Zwar ist der Gegenwind von überbesorgten, uninformierten Eltern und rechten, konservativen Parteien äußerst bedauerlich, zeigt aber zugleich auf, wie weit der Weg bis zur Akzeptanz von Homosexuellen ist und noch viele weitere Bemühungen nötig sein werden. Hoffentlich werden diese dann auch Früchte tragen.

    1. Oh je, da machst du teilweise ein Fass auf, das ich so gar nicht aufgestellt hatte. Beim Off-Topic zu Vergewaltigung und Prostitution rennst du bei mir ohnehin offene Türen ein, weshalb ich das – sorry – mal eben ignoriere und zum eigentlichen Punkt komme, den ich hier rauslese:
      Feminismus und Geschlechterrollen. Braucht man eines von beidem / beides / gar nichts davon? Und in welcher Weise sollte das stattfinden?

      Ich glaube die „Ungerechtigkeit“, dass ein Mann als „geiler Stecher“ wahrgenommen, während eine Frau, die viele wechselnde Sexualpartner hat, als „Schlampe“ bezeichnet wird, ist ein Problem, das einmal hetero-exklusiv ist und zweitens dort auch nur auf bestimmte „Männerkreise“ zutrifft. Dennoch wird sowas natürlich vornehmlich durch die Medien transportiert, was das eigentliche Problem an der Sache ist. Ein Schwuler, der sich durch die Landschaft vögelt, bekommt dagegen durchaus das Etikett „Schlampe“.

      Ü-Eier für Mädels halte ich für ausgemachten Quatsch, da der Inhalt der normalen Ü-Eier ohnehin geschlechtsneutral ist. Ein anderes Beispiel wäre hier das Happy Meal, in dem schon öfter mal zwischen Mädels- und Jungsspielzeug unterschieden wird. Wobei ich dies gar nicht so verwerflich finde, denn es ist nun mal so, dass Mädchen sich eher über eine Barbie oder ein Schminkköfferchen begeistern können als für Matchbox-Autos. Dies hält diejenigen, die das eben nicht tun auch nicht davon ab, sich bei der Spielzeugwahl für das Menü „gegen ihr Geschlecht“ zu entscheiden. Das ist einfach nur ein allgemeines Marketing, das sich umgehen lässt.

      Den Bechdl-Test halte ich bei Videospielen, aber auch bei vielen Filmen für problematisch und zwar vor allem aufgrund von Punkt drei. Denn im Umkehrschluss müssten dann auch alle Filme rausgezogen werden, in denen Männer über Frauen reden und sobald auch nur eine solche Szene darin vorkommt, wäre der Film schon wieder nicht gleichberechtigt? Außerdem: Was heißt denn „über Männer sprechen“? Muss es da um das Verhältnis zu den Männern gehen oder reicht es schon, wenn sie deren Namen erwähnen? Das ist mir alles viel zu ungenau, aber passend, dass Sarkeesian das als Aufhänger nimmt, denn ihre Thesen sind genauso kritikanfällig, da unausgegoren.

      Es war nicht das schlimmste Video von ihr, das stimmt. Der Grund, weshalb ich es damals überhaupt thematisiert war, war der, dass es über Kick-starter finanziert war und sie ein großes Budget zur Verfügung hatte, was man an der technischen Seite auch merkt, aber die Argumente, die sie vorbringt, sind leider so einseitig und unausgegoren wie eh und je. Ja, Frauen werden in Videospielen vielfach klischeehaft dargestellt, aber das werden Männer ja ebenso. Es ist immer der attraktive Anfang Dreißiger, trainiert bis muskulös, der alle Probleme einfach so löst. Auf der wirtschaftlichen Seite kann ich es den Entwicklern auch nicht verdenken, sind diese Helden doch attraktive Identifikationsfiguren für ein vornehmlich männliches Publikum. Und es ist ja nicht so, dass Frauen an dieser Art von Helden keinen Gefallen finden würden…
      Man könnte hier kritisieren, dass es zu wenig Realismus in den Spielen gibt bzw. diese auf althergebrachten Rollenbildern aufbauen, aber man sollte da wirklich beide Seiten betrachten, an denen es etwas zu ändern gibt. Bis es soweit ist, ist es aber noch ein längerer Weg und auch wenn Mario nicht dem Traumtyp eines Mannes entspricht, der jeder Spieler gerne sein würde, so gibt es doch kaum wirklich „hässliche“ Videospielcharaktere, die eine Hauptrolle in einem Spiel einnehmen.

      Zu den Disney-Filmen kann ich dir durchaus Recht geben, aber man muss auch immer den zeitlichen Kontext beachten, denn es hat sich seitdem viel verändert und spätestens seit Mulan kann Disney auch starke Frauenrollen darstellen. In Frozen (soweit ich das mitbekommen habe, denn ich habe den Film noch nicht in Gänze gesehen) ist das Verhältnis sogar umgekehrt und die Frauen bekommen eine wesentlich stärkere und wichtigere Rolle, während die Männer eher als „Deppen“ dastehen.

      Alles in allem würde ich mir mehr „Gleichberechtigkeitsbewegungen“ wünschen anstelle von einseitigen Feminismus oder Pro-Homo oder was auch immer für Bewegungen. Denn wenn es wieder auf Diskrimminierung der „Gegenseite“ herausläuft, wirkt das nur eskalierend.

      Zum letzten Punkt werde ich nun auch nix mehr sagen, da du mal wieder offene Türen bei mir einrennst und das Ganze mal wieder off-topic ist. 😉

      1. Ich habe ja auch nie behauptet, du würdest zu diesen Idioten gehören, die genau solche Thesen vertreten. Im Grunde genommen wollte ich nur meinen Standpunkt generell erwähnt haben. Oder anders: Ich wollte ein Großteil der Bereiche des Feminismus aus meiner Seite beleuchtet haben. Du weißt ja: Ich schweife gerne ab.

        Heten haben bezüglich ihrer Geschlechterrolle durchaus noch mehr „Probleme“ als Schwule oder Lesben, weil sie – so dumm das auch klingen mag – im Gegensatz zur letzteren Gruppe nicht allein durch ihre Orientierung schon aus dem gesellschaftlichen Raster fallen. Sie sind es einfach nicht so sehr gewohnt, von der Gesellschaft durch ihr Verhalten verurteilt zu werden, denke ich.

        Also ich habe früher gerne auch mit Puppen(häusern) gespielt und mehr für Blumen als für Autos interessiert. Das war für mich selbst und meine Familie nie ein Problem, weil meine Eltern mich und meinen Bruder geschlechtsneutral erzogen haben. Dafür bin ich ihnen auch sehr dankbar, da ich in einer klassischen Männerrolle schon allein durch meine Einschränkung nie glücklich geworden wäre.
        Allerdings war das anscheinend für andere ein Problem, wodurch u.a. auch das schon von mir oft angesprochene Mobbing entstanden ist. Ich passte nie in die Welt der engstirnigen Leute, die für Jungs Autos, Handwerk, Sport und Fußball vorgesehen haben. In der Hinsicht habe ich mich zum Beispiel auch mit meinem ekelhaften Sportlehrer angelegt, der mich des Öfteren vor versammelter Mannschaft beleidigt hatte. Oder mein Nachbar, der mich als Schande der Jugend betitelte, weil ich handwerklich nichts drauf habe.
        Das ist wohl der Grund, warum ich so empfindlich auf das Thema reagiere. Schon oft habe ich zu hören bekommen, dass ich männlich sei und deshalb nichts von etwas Bestimmten (z.B. Ästhetik, Gefühle, …) verstehen kann. Oder auch die Aussage, ich müsse schwer körperlich arbeiten und handwerklich mit anpacken, weil ich ein richtiger Mann sein soll, habe ich oft zu hören bekommen. Meine Stimmung schlägt in solchen Fällen dann erstaunlich schnell in Wut um, was viele oftmals einfach nicht verstehen wollen. Jeder Mensch hat „typisch männliche“ und „typisch weibliche“ Eigenschaften, also warum gibt es diese mittelalterlichen Unterteilungen noch?
        Vielleicht ist dieser Umstand der Grund für meine Sympathie für gesund ausgeprägten Feminismus und auch der Ursprung für meinen Ärger mit den Ü-Eiern. Ich zumindest wäre defintiv glücklicher gewesen, wenn es diese Geschlechterrollen nicht in der stark ausgeprägten Form gegeben hätte.
        Und die Wahl, die das Kind trifft, wird übrigens nicht unbedingt von jedem auch so angenommen. Wenn wir das Beispiel von der Happy Meal-Tüte nehmen und ein Junge gerne eine Puppe hätte, wird es sicherlich oft genug geschehen, dass Eltern oder Werauchimmer dann sagen: „Das darfst du nicht mögen! Puppen sind nicht für dich vorgesehen!“.

        Okay, das ist ein Äpfel-Birnen-Vergleich. Ich habe schon oben gesagt, dass der Test weder eine starke Frauenrolle definiert, noch wissenschaftliche Züge besitzt. In meinen Augen dient er lediglich als Denkanstoß, um Medien auf einen gewissen Aspekt kritisch zu prüfen und in dem Fall fallen viele Filme durch, weil es anscheinend Myriaden an Männern gibt, aber meist nur eine Frau eine Rolle spielt und als Love Interest für den Helden herhalten darf. Ich rede hauptsächlich von Hollywoodfilmen, bei denen mir auffiel, wie unterpräsent Frauen eigentlich sind. Und es ist nicht so, dass ich es von Anfang an geglaubt hätte oder von jemanden die Meinung übernommen, sondern mich selbst mit recht vielen Beispielen auseinander gesetzt habe und erst dann viel mir dieser Umstand auch auf, weil ich mir zuvor noch keine Gedanken gemacht habe.
        Zurück zu deinem Äpfel-Birnen-Vergleich: Männliche Darsteller werden nicht als Kriterium genommen, weil sie sowieso überpräsent sind und bereits mehr Rollen ausfüllen dürfen, als der Mann/Love Interest von jemanden. Überleg‘ mal: Wieviele Hollywoodfilme fallen dir ein, in der es mehr Männer als Frauen gibt? Und wieviele vom Gegenteil? Und welche Rollen spielen sie jeweils?
        Ich sage ja nicht, dass diese Filme dann schlecht sind oder dieser Test eine besondere Bedeutung für mich hat, aber er hat mich zumindest nachdenklich gestimmt, weshalb ich ihn angeführt habe. Mehr steckt da nicht dahinter. Und nein, das Video von dieser Anita zu jenem Test habe ich erst hinterher entdeckt und trotzdem nicht gesehen und spielt daher nicht mit rein.

        Stereotypen in Videospielen sind ein weites Feld und Frauen als Sexpuppen mit Riesenquarktaschen nur eines von vielen unschönen Beispielen, die ich gerne nicht mehr sehen möchte. Bezüglich des Themas hatte Notch über Twitter mal einen interessanten Artikel der PC Gamer geteilt, dessen Link ich dir nicht vorenthalten möchte: http://www.pcgamer.com/2014/03/24/why-manveer-heirs-attack-on-stereotypes-in-games-was-the-most-important-moment-of-gdc-2014/
        In jedem Fall muss etwas geschehen, denn diese Stereotypen werden immer redundanter und aggressiver. Ich möchte nicht den Tag erleben, an den ich vorm Fernseher sitze und über die immer gleichen Charaktere entweder nur noch gähnen oder mich aufregen kann. Da fällt mir gerade eine Idee ein: Warum nicht über bestimmte Vorzeigecharaktere schreiben, die sich positiv aus der Masse heben? So etwas habe ich schon damals versucht und es wäre mit Sicherheit auch interessant, an welche Charaktere du da so denkst.

        Mich stört das keineswegs, beziehungsweise ich habe mit diesen Prinzessinnen keine Probleme. Wie wir das schon oft bei dem Thema Zelda hatten und was ich dir erklären wollte: Bei mir besteht zwischen Kritikpunkte sehen und sich an ihnen stören ein himmelweiter Unterschied. Ich kann die Kritiker verstehen und ihren Standpunkt nachvollziehen, aber mich persönlich stört es nicht so wirklich. In diesem Fall bist du durch offene Türen gerannt.^^
        Nur ganz kurz zu den Positivbeispielen: Hervorheben kann man nicht nur die Geschwister Elsa und Anna aus Frozen, sondern auch Mulan, Tiara aus Küss den Frosch und Rapunzel sind eigenständige Personen, die aktiv ins Geschehen eingreifen. Selbst Belle aus Die Schöne und das Biest von 1991 könnte man mehr oder weniger hinzuzählen, da ihr gesellschaftliche Konventionen in gewisser Hinsicht egal sind und sie auch ihren Kopf durchzusetzen weiß. Und das sind nur die Rollen aus den klassischen Prinzessinnengeschichten, denn bei Einbezug aller Meisterwerke reihen sich noch weitere weibliche Charaktere ein.

        Bei Feminismus geht es im Grunde genommen um Gleichberechtigung, keine Machtverschiebung oder Ähnliches. Natürlich schießen da einige über ihr Ziel hinaus oder übertreiben mit radikalen Ansichten oder arbeiten an den falschen Stellen (das Gegendere bei Texten ist zum Beispiel eher kontraproduktiv), aber die Grundidee dahinter beherbergt nicht viel mehr als das.
        Wobei mir aber da schon eine Frage aufkommt: Wo werden denn Heteros durch eine solche Bewegung eingeschränkt? Kannst du mir das Beispiel liefern, welches du im Hinterkopf hattest?

        Und noch einmal: Ich schweife gerne ab und lege meinen Standpunkt zum Gesamten dar. Anscheinend habe ich schon so lange nicht mehr kommentiert, wodurch du nicht mehr daran gewöhnt bist. ^^

        1. Idioten gibt es überall, das kann man eben nicht so allgemein betrachten, wie eben auch die Ausprägung bei Feministen. Hier ging es mir jetzt konkret um dieses Negativbeispiel Sarkeesian, die eben meint, mit ihren Aussagen für alle weiblichen Mitmenschen zu sprechen.

          Wie gesagt: Aber wende mal den Test bitte so wie er ist mit umgekehrten Geschlechterrollen an und du wirst feststellen, dass grade aufgrund von Punkt 3 ein Haufen Filme rausfallen. Es geht nun mal in Filmen, in denen Männer und Frauen aufeinandertreffen häufig auch um Partnerschaft und da lässt es sich nicht vermeiden vom anderen Geschlecht zu reden (sofern es keine Gay Movies sind).

          Die immergleich aussehenden, hier vor allem männlichen Charaktere, sind übrigens eine Entwicklung, die sich vor allem im Bereich westlicher Spiele niedergeschlagen hat. Die japanischen Pendants weisen da schon mehr Diversität ist, obschon natürlich dort wiederum eine Tendenz zu einem blonden Jüngling erkennbar ist im Kontrast zu dem mittelalten, dunkelhaarigen Ideal der Westler.
          Und ich nehme mich da nicht aus, wenn du meine Geschichten betrachtest. Man macht sich eben wenig Gedanken über das Aussehen und nimmt eben Modell X und füllt es mit Charakterzügen, die zur Story passen, die letztlich das Kernstück des Ganzen darstellt. Man will eben eine fiktive Geschichte erzählen und keine Charakterstudie betreiben. Bei einem Psychothriller oder gar einer Story basierend auf einer wahren Begebenheit, sähe das vermutlich anders aus.

          Es geht mir um Dinge wie Frauenquote z.B. wo man eben aus Political Correctness Frauen in Positionen setzt, um eine Quote zur erfüllen, ungeachtet ob ein männlicher Mitbewerber allein durch die Qualifikationen vielleicht besser geeignet wäre. Natürlich ist es schwer durchzusetzen, dass Arbeitgeber bei höherer Qualifikation der Frau diese gefälligst einzustellen haben, aber die Quote ist definitiv kein guter Lösungsvorschlag, denn die sorgt im Gegenteil wieder dafür, dass jede Frau in einer höheren Position nun unter Generalverdacht steht, nur wegen der Quote den Job bekommen zu haben.
          Anderer Fall: Absolute Gleichberechtigung, ja bitte, dann aber auch dieselben Pflichten. Und die wenigsten Frauen würden wohl zum Militär gehen oder, wie oben schon erwähnt, bei der Abfallbeseitigung oder Eisenverhüttung arbeiten. Wenn eine Arbeitslose aber Jobs angeboten bekommt, die sie annehmen muss, da sonst die Bezüge gekürzt werden, wird auf solche Dinge im Allgemeinen Rücksicht genommen und ihr eben diese Jobs nicht angeboten. Wenn ein Mann dem eine Absage erteilte, müsste er mit Konsequenzen rechnen. Das mal jetzt unabhängig davon, ob das System überhaupt sinnvoll ist oder nicht, es geht mir lediglich darum, dass Frauen an bestimmten Ecken auch froh sein können, dass sie eben nicht „gleichberechtigt“ gesehen werden.

          Es wird immer Unterschiede geben, die eben auch biologisch bedingt sind, so wie es auch immer Ausnahmen geben wird, die eben aus der Rolle fallen. Auf diese sollte natürlich Rücksicht genommen werden. Eine Frau, die KFZ-Mechanikerin werden will? Warum nicht, bitte sehr! Aber für die Masse an Frauen ist das eben nichts. Ich kann es der Werbe- und Film- und Spielebranche also nicht verdenken, wenn sie in der Mehrheit den Durchschnitt ansprechen. Trotzdem wird es immer kleinere Studios geben, die Ausnahmetitel kreieren, in denen das nicht so ist, und das ist doch auch gut so. Solange das Angebot da ist, entscheidet der Kunde letztlich, was er bevorzugt und was er unterstützt. Ich z.B. kann mich mit beidem abfinden und suche mir von beiden Kategorien das aus, was mir am besten gefällt, da hier noch viele andere Faktoren hinzukommen, die für mich entscheidend sind. Auf eine ansonsten superspannende Geschichte würde ich jetzt nicht verzichten wollen, nur weil Frauen darin zu kurz kommen oder sie anderweitig vielleicht nicht politisch korrekt ist, solange dies nicht hetzerisch oder aggressiv-diskriminierend daherkommt.

          1. Okay, ich halte mich kurz, da ich noch einen Stapel an Kommentaren vor mir habe.^^

            Ich sage ja auch nicht, dass solche Rollenbilder nicht mehr angewendet werden sollen. Das wäre ja genauso widersinnig, wie die Menschen, die dickere Menschen zwar in Schutz nehmen, aber zu dünne verurteilen. Die Gesellschaft besteht nun einmal aus vielen verschiedenen Individuen und Gruppierungen und das schließt auch die Klischeecharaktere für mich mit ein.
            Nein, mich stört eher die Redundanz, die solche Abziehbilder mit sich bringen. Warum sollte ich mich ansatzweise für einen Charakter interessieren, den ich bereits aus mindestens hundert anderen Fällen kenne? Speziell die Videospielindustrie stagniert in den letzten Jahren leider sehr und mir fallen nur sehr wenige Beispiele ein, die nicht irgendeinem Klischee entsprechen. Das ist irgendwie traurig, finde ich.
            Natürlich müssen interessante Charaktere nicht immer gegeben sein, aber bei Fällen, bei denen Charaktere und Story nun einmal wichtig sind, sollte man entweder interessante oder zumindest charmante Charaktere bieten. So meine Ansicht jedenfalls.

            Die Frauenquote steht auch bei vielen Feministinnen in der Kritik, da es weder wirkliche Gleichberechtigung gibt und darüber hinaus noch mehr Vorbehalte schürt. Einige Betriebe haben deshalb entsprechend darauf reagiert und die Frauenbeauftragten zu Gleichstellungsbeauftragten umgeschult, die Bewerbern mit den unterpräsenten Geschlecht bevorzugen. Meine Mutter bevorzugt zum Beispiel bei gleicher Qualifikation eher männliche Bewerber, da diese an ihrem Arbeitsplatz quasi nicht vorhanden sind.

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