Tôkyô erleben und überleben

Da die letzten Tage ziemlich beschissen waren, was das Wetter betraf – vermutlich werdet ihr es selbst aus den Nachrichten gehört haben – musste ich einige Dinge abblasen und andere verschieben. Dies führte dazu, das ich heute viel zu tun hatte und einen weiten weg gegangen bin…

Ja, ich hatte viel vor: Zunächst ging es zum Asakusa-Schrein und dem danebenliegenden Sensô-ji. Das tolle an den Namen ist, dass sie beide mit den gleichen Kanji geschrieben werden, nur eben einmal in der Kun- und einmal in der On-Lesung. Jedenfalls habe ich dort einen Japaner, der sich nicht nur darüber gewundert hat, dass ich Japanisch spreche (wie übrigens noch viele weitere an dem Tag, mit denen ich zu tun hatte), sondern auch, dass ich Santô Kyôden, dessen Gedenkstein am Asakusa-Schrein steht, kenne. (Naja, ich hab von ihm gehört…) Er erzählte mir darauf, dass weiter im Südosten, etwa 30 Minuten von dem Punkt ein Sumô-Turnier stattfindet und ich mir das ja ansehen könnte. In der Nähe befindet sich auch ein Memorial Park für die Opfer des Kantô-Bebens 1923. Erzählt, getan. Nachdem ich mir den wirklich prächtigen Tempel noch ein wenig angesehen und meinen ersten Fluch gezogen und angeknotet hatte, begab ich mich auf den Weg dorthin. In die Sumo-Arena, bin ich zwar nicht, dafür waren die Tickets zu teuer, aber ich habe immerhin ein paar schöne Bilder von Sumo-Ringern gemacht, die sich auf den Weg in die Arena machten.

Mein Plan sah eine Rundtour durch Tôkyô zu Fuß vor und der nächste Punkt, der auf dem Weg lag, war Akihabara. Was soll ich sagen: Hier endete es vorerst. Ich war geflasht von der Atmosphäre, den Angeboten und überhaupt. Zwei Stunden hatte ich ursprünglich maximal eingeplant, es wurden vier, ich geriet tatsächlich in einen kleinen Kaufrausch… soweit mein Geld es zuließ. Im übrigen habe ich dort den ersten und einzigen Burger King bisher entdeckt.

Danach musste ich ersteinmal ins Hotel zurückkehren, weil ich den Kram nicht durch Resttôkyô schleppen wollte. Also schnell zurück, Kram abgelegt und schon war es Abend. Klar, dass der ursprünglich angesetzte Yasukuni-Schrein da wegfiel, aber es war die perfekte Zeit für das Nachtleben in Shinjuku und Shibuya.

Deswegen ging’s direkt zum Shinjuku-Eki (diesmal per Zug) und dann lief ich halt so durch die Gegend und machte schöne Fotos. Nachdem ich seit ich in Japan bin auch keinen Subway gesehen habe, fand ich hier im Laufe meines ausgiebigen Spaziergangs drei davon vor. Meine Tour führte auch durch das berüchtigte 2 chô-me – Insider wissen Bescheid – wo ich etwas ganz Besonderes erstanden habe. Was? Das verrate ich vielleicht ein andermal…

Dann begann der lange, beschwerliche Weg zum Shibuya-eki. Ein freundlicher Japaner begleitete mich ein Stück des Weges, nur um sicherzugehen, dass ich die richtige Abzweigung nehme. Meine Füße wollten zwar nach dem Gewaltmarsch des Tages nicht mehr, aber ich nahm darauf keine Rücksicht und setzte meinen Weg unbeirrt fort. Dort machte ich noch ein mehr schlecht als rechtes Bild der berühmten Hachiko-Statue und staunte über den wohl lebendigsten Ort in ganz Tôkyô, bevor ich meinen „Rück-Zug“ antrat.

Zurück im Hotel habe ich meine ganzen Sachen so gut es ging verpackt und nachgedacht: Was habe ich von Tôkyô nun mitgenommen? Nun, weniger als ursprünglich geplant, aber man kann sich halt das Wetter nicht immer aussuchen. Außerdem ist es nicht halb so schön allein auf Touren zu gehen, wie wenn jemand dabei ist. In jedem Fall steht eines fest: Ich komme wieder, eines Tages. Und dann werde ich noch viel mehr sehen wollen, von diesem unglaublich interessanten Fleckchen Erde. Währenddessen genieße ich jetzt noch mein letztes Sapporo-Bier und bereite mich mental auf die Abreise morgen vor.

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2 Kommentare zu “Tôkyô erleben und überleben”

  1. Ein wahrscheinlich toller Abschluss für ein interessantes Auslandsstudium würde ich vermuten.

    Es war wirklich interessant deine Eindrücke zu lesen und ich finde es fast schon schade, dass es zu Ende ist.

    Inzwischen müsstest du ja bereits angekommen sein. Ich hoffe die Rückreise fiel nicht allzu schwer und lief ohne große Komplikationen ab.

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