Tanzen bis zum Morgengrauen

Und weiter geht’s mal wieder einen Tag später als vermutet. Was war die vergangene Woche so dran? Ihr werdet es im Folgenden in Schrift, Bild und Ton erfahren.

Eigentlich sollte ich ja seit heute meinen letzten Arbeitstag an der Sprachschule hinter mich gebracht haben, doch ich habe mich nochmal für einen weiteren Termin Deutschunterricht am Freitag breitschlagen lassen. Was soll’s, bringt schließlich ein wenig Kohle in die Tôkyô-Kasse.
Letzte Woche musste ich auf jeden Fall nochmal voll ran, insbesondere Dienstag mit vier Klassen Englischunterricht in Hisai bei unglaublicher Hitze und einer Klimaanlage, die irgendwie nicht so ganz gut funktionierte… Immerhin habe ich euch diesmal ein paar Impressionen von meiner dortigen Arbeitsumgebung mitgebracht, wie ihr auf den ersten Bildern erkennen könnt.

Weiter dann mit dem Mittwoch und dem Bowling-Turnier der Austauschstudenten, das für mich mehr schlecht als recht lief. Naja, ich hab in meinem Leben vorher gerade mal zwei Mal gebowlt, wobei das letzte Mal auch schon einige Jährchen her ist, aber das soll ja keine Entschuldigung für meine miserable Leistung sein. Immerhin: Drei Spiele gab’s und ich habe mich in jedem ein bisschen gesteigert. Kam ich im ersten noch auf unterirdische 68 Punkte, waren es im zweiten bereits 102 und im dritten sogar 123. Zusammen also 293 – weit entfernt von einem Platz auf dem Siegertreppchen, aber immerhin ein persönlicher Erfolg. Immerhin gab’s am Ende für alle Teilnehmer, die nix gerissen haben noch nen Druckbleistift mit dem Logo der Mie-Uni als Trostpreis.

Wesentlich toller fand ich da meine Süßkram-Entdeckung des Monats: Wassermeloneneis. Es sieht nicht nur aus wie ein Stück Wassermelone, es schmeckt auch so. Inklusive kleiner schwarzer Kerne, die, wie ich beim Verzehr herausfand, Schokokügelchen waren.

Das Highlight folgte aber dann am Sonntag, denn da ging es dann zusammen mit den Mongolen und Tago-san zum Bon Odori in Gujô Hachiman in der Präfektur Gifu. Ein großartiges Spektakel. Hunderte Menschen versammeln sich in den Straßen und tanzen gemeinsam mit einfachen rhythmischen Schritten und ja, auch ich habe mich daran versucht. Dies lief an und für sich ganz gut, nachdem man sich binnen einer Minute an den Takt und den Ablauf, der meist nur aus 4 bis 5 Schritten bestand, gewöhnt hat. Mit dem Lied wechselte jedoch immer die Schrittfolge und -art und ich musste mich neu orientieren. Das Ergebnis (ohne mich, ich musste ja filmen) seht ihr im folgenden Video:

Sehr schön fand ich auch den Ort selbst: Unter der Brücke haben sie ein Lichtermeer aus Kerzen aufgestellt, die von weitem wie Sterne leuchteten, um es mal poethisch auszudrücken. Auch das werdet ihr in mehrfacher Ausfertigung auf den unteren Bildern beobachten können. Mehrfach deshalb, weil ich ein wenig mit der Kamera herumexperimentiert habe, nachdem ich die Funktionen endlich so einstellen konnte, wie ich wollte, bezüglich Belichtungszeit, etc. Auch sehr interessant: Mein Versuch eine Mondfinsternis aus einem fahrenden Auto heraus zu fotografieren – ich bin kläglich gescheitert und doch haben die Bilder was Interessantes.

Kurzum: Verzeit die miese Qualität der Bilder. Auch der Dönerstand sollte etwas unverwackelter sein. Ja, es gab tatsächlich Dönerstände mit entsprechender Speise wie wir sie aus Deutschland kennen, von Türken betrieben. Probiert habe ich allerdings keinen, da ich mir zuvor den Bauch mit Tsukemen vollgeschlagen habe.

Zum Schluss noch was anderes: Ich habe endlich Planetes zu Ende geschaut und fand den Anime höchst interessant. Einerseits wegen seiner recht realistischen Zukunftsvision von Reisen ins All inklusive der möglichen Gefahren wie Krebs durch kosmische Strahlung. Andererseits erzählte er eine recht spannende Story, die sich zum Ende dramatisch zuspitzte, um am Ende doch wieder zum Guten zurückzukehren. Und genau das hat mir nicht so ganz gepasst. In der vorletzten Folge noch schien die Gefahr zwar überwunden, doch mit dramatischem Ausgang für die beteiligten Hauptpersonen. Für meinen Geschmack hätte man es dabei belassen können: Jeder hat etwas aus der Situation, wenn auch auf schmerzhafte Weise, gelernt und muss nun mit seinem neuen Leben klar kommen. Doch in der allerletzten Folge mussten sie ja noch unbedingt alles nach Rosamunde Pilcher-Art verkitschen… widerlich!
Als nächstes ist Ergo Proxy dran und auch hier bin ich gespannt, ob meine Erwartungshaltung, die ich nach Sichten der ersten Folgen aufgebaut habe, erfüllt werden kann.

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2 Kommentare zu “Tanzen bis zum Morgengrauen”

  1. Das Wassermeloneneis würde ich gerne mal probieren – ich bin immer offen für was neues!^^

    Planetes war doch nicht so toll? Schade. Von Ergo Proxy habe ich bisher noch nie was gehört. Sag mal, welche Anime findest du neben Cowboy Bebop denn noch so richtig klasse?

    Beim Bon Odori musste ich spontan an Rhythm Tengoku denken, du etwa nicht? Kerzen können richtig schön sein, wenn man sie richtig gut in Szene setzt.
    Tanzen ist aber nicht so meins…

    Da leider es gerade mitten in der Woche ist, kann ich jetzt nicht so viel schreiben. Am WE werde ich es dann zu deinen Bildern nachholen, versprochen! 🙂

  2. So ist es nicht. „Planetes“ war ein guter Anime und wenn du ihn nur bis zur Vorletzten Folge schaust bleibt er das auch, denn dann bleibt dir das Kitschende erspart, das meiner Meinung nach völlig unpassend ist.
    Ein anderer Anime: Auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole, aber ich finde „Higurashi no naku koro ni“ auch sehr gut. Ansonsten: „Sayonara Zetsubô-sensei“, „Jigoku Shôjô“, „The Vision of Escaflowne“… Momentan schaue ich „Ergo Proxy“, vielleicht kommt der auch noch zu den guten Animes dazu.

    Ich mag Tanzen auch eigentlich überhaupt nicht, aber das war dann doch zu toll und beeindruckend (und vor allem sehr simpel). Jeder konnte mitmachen und wenn er keine Lust mehr hatte jederzeit aussteigen. Man muss das mal erlebt haben.

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