傻瓜 (shǎguā)

Eines vorweg: Mir geht es wieder besser. Ich würde sagen, ich bin wieder vollständig geheilt. Trotzdem muss ich festellen, dass meine Stimme noch etwas angegriffen ist, was sich zwar nicht beim Reden, aber beim Karaoke bemerkbar macht. Naja, soviel dazu.

Ist sonst noch was Ereignisreiches, Bewegendes diese Woche passiert? Nun, nicht viel. Aber ich habe mich nun entschlossen meinen ersten Kurs zu schmeißen, und zwar den freitäglichen Sakubun-Kurs, der mir, wie ich jetzt feststellen musste, gar nichts bringt. Wir üben die ganze Zeit nur Email schreiben (was ich natürlich noch nie gemacht habe…) und danach wird der Kram eingesammelt und korrigiert. Und hier fangen die Probleme an, denn wir bekommen unsere Fehler schön in rot angestrichen, aber nicht gesagt oder gar hingeschrieben, was denn genau falsch ist. Das sollen wir selbst herausfinden, verbessern und erneut abgeben. Bis dahin hatte ich noch keine Probleme. Auch nicht, als beim zweiten Mal andere Fehler gefunden wurden und ich das nochmal machen sollte. Als ich aber ein und die selbe Hausaufgabe, ohne Hinweise, wo denn der jeweilige Fehler liegt, noch ein weiteres Mal schreiben sollte, dachte ich nur „Leck mich…“ und habe nun beschlossen, auf diesen Kurs zu verzichten. Den restlichen Unterricht werde ich wie gewohnt besuchen. Nun habe ich Freitag zumindest komplett Zeit meinen Deutschkurs vorbzubereiten. Zuletzt haben „meine Schüler“ die sechs im Deutschen benutzten Tempora gelernt und sich gar nicht mal so schlecht angestellt.

Ich habe mich diese Woche auch gewagt, in einem japanischen Restaurant – das mich übrigens nicht wiedersehen wird, da das Essen teuer war und nicht satt gemacht hat – eine Pizza zu bestellen. Ein Fehler: was ich da serviert bekam, hatte Ähnlichkeiten mit einem Eierpfannenkuchen. Ein sehr kleiner allerdings mit festerem, trockenerem Teig. Darauf ein bisschen Käse und Tomatenwürfel. Essbar, aber nicht gut. Vermutlich sollte ich mich während dieser sechs Monate gänzlich von dem Gedanken verabschieden, mal was anderes als typisch japanisch zu essen, auch wenn die Abwechslung dabei mit der Zeit auf der Strecke bleibt.

Dann habe ich endlich Lucky Star und Jigoku Shôjo Futakomori (die zweite Staffel) vollständig gesehen. Tatsächlich hilft mir das Animeschauen mein Hörverständnis zu verbessern. Zumindest glaube ich, dass ich mit der Zeit immer mehr verstehe und auch etwas vernuscheltes Japanisch in den Griff bekomme. Vielleicht kann ich sogar bald auf Untertitel verzichten… Seltsamerweise kamen mir heute beim Einkauf in der Bäckerei beim Betrachten des Schokohörnchens folgende Gedanken: Wo ist oben, von welcher Seite sollte ich am besten reinbeißen und komme ich in die Hölle, wenn ich mich für die falsche entscheide? Wer das nicht nachvollziehen kann, möge sich genannte Animes ansehen.

Mittlerweile muss ich aber auch feststellen, dass nicht alle freundlich, nett und zuvorkommend sind. Ich habe mittlerweile ein paar Leute auf der Liste, bei deren alleiniger Anwesenheit ich wie ein Tourette-Kranker unflätige Wörter durch die Gegend werfen könnte. Genau genommen sind es zwei Chinesen hier, die meinen, sie seien die Krone der Schöpfung und sich dementsprechend rücksichtslos verhalten. Im Unterricht brüllen sie beim gemeinsamen Text lesen in einer unglaublichen Lautstärke, sagen Antworten vor, wenn sie gar nicht gefragt sind und lachen dämlich, wenn andere Fehler machen. Dabei ist ihre eigene japanische Aussprache sehr grausam, ich würde es chinanisch oder vielleicht doch besser japesisch nennen.
Doch das ist noch nicht alles: In der Wohnheimküche hinterlassen nach der Zubereitung des Essens ein entsprechendes Schlachtfeld. Wozu gibt es schließlich den Küchendienst? Erdbeben sind auch nicht nötig, denn so wie der eine bei der Rückkehr ins Zimmer aufstampft wackeln die ohnehin hellhörigen Wände beträchtlich. Dies muss er wohlgemerkt mit voller Absicht machen, denn nicht mal der dicke Li, der meist mit mir rumhängt, bekommt das hin. Rücksichtslosigkeit par Excellence.
Natürlich betrifft das gerade mal ein paar wenige und ich hoffe, es bleibt bei diesen beiden…

So, nachdem ich meinem Ärger hier etwas Raum verschafft habe, beglückwünsche ich noch ein paar Leute, die die an dieser Stelle noch keine Erwähnung fanden. Alles Gute zum Geburtstag lieber Saro, liebe Charlotte, lieber Rouven, lieber Kento und lieber Dominik. Nachträglich, versteht sich. Ich hoffe, ihr habt alle schön gefeiert, nicht zuviel getrunken und euch vor allem keinen Blödsinn schenken lassen.

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2 Kommentare zu „傻瓜 (shǎguā)“

  1. Idioten gibt es überall – auch in Japan.

    OK, OK… das hilft dir auch nicht gerade weiter, oder?

    Schließlich könnte ich den ganzen „Mandys“ und „Kevins“ den Kopf abreißen. -.-
    Das Problem ist: Die A…er werden immer jünger!

    In die Hölle kommst du sowieso. Oder wurdest du von einer Nonne aus einem Ei gebrütet? 😉
    (Vielleicht kennst du ja diesmal den Film… :))

    Schokohörnchen sollte man immer von unten nach oben essen!^^

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