Meine Zeit ohne Internet

ist endlich vorüber. Es hat lange gedauert, und auch als ich endlich Kabelnetz bestellt hatte, lief erstmal nichts. Heute war der Techniker da und hat die Sache gefixt. Ab nun bin ich wieder rund um die Uhr erreichbar. Jederzeit über diesen Blog, die unter Das Wesen des darkIkarus angegebene Mailadresse oder über ICQ und Skype. Und für alle, die es interessiert: Neuerdings auch über Handy. Wer die ein oder andere Kontaktmöglichkeit zu mir nicht hat, aber gerne haben möchte, der schreibe mir einfach eine Mail.

Ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe es endlich geschafft an ein Handy zu kommen. In Deutschland hab ich mich ja nie drum gekümmert, ein tolles Handy zu besitzen, aber der billigste Handystandard in Japan hat mich zumindest überzeugt. Kamera und Infrarotsensor sind auf jeden Fall mit an Bord, ebenso der Email-Service, der mich im Monat gerade mal 300 Yen kostet. Die SMS-Zeiten liegen hier wohl schon länger zurück… Sehr praktisch finde ich das Austauschen von Kontakten über etwas, dass wir mittlerweile Handysex oder 携帯性交 getauft haben. Einfach den Infrarotsensor anschalten und die Handys aneinander halten. Gibt es sicher auch in Deutschland, aber wie gesagt, ich habe mich nie darum gekümmert.
Hier in Japan ist ein Handy allerdings so ziemlich unabdinglich. Egal wo man ist, was man macht, wen man trifft… das erste, wonach gefragt wird, ist die Handynummer. Immerhin habe ich mittlerweile eine Menge Kontakte geaddet, was Verabredungen wesentlich erleichtert.

Ich verbringe meine Freizeit, wenn ich nicht gerade am Einkaufen oder Essen bin, weiterhin zumeist in der Bazooka-Bar oder mit Karaoke. Letzteres ist ein unglaublich gutes Lesetraining für japanische Texte. Und nebenbei hat man ne Menge Spaß dabei. Allerdings muss ich mich ein wenig zurückhalten mittlerweile. Der erste Monat war doch ein wenig teuert, was aber normal ist, schließlich musste ich ersteinmal eine Menge Dinge besorgen. Der nächste Monat wird da schon eher repräsentativ sein, was mich Japan so kosten wird. Eins weiß ich aber auf alle Fälle: Ein wenig teurer als in Deutschland komme ich garantiert weg.

Ansonsten hatte ich letzten Freitag meine erste Deutschstunde geben dürfen. Dabei wusste ich weder, dass es sich bei den Schülern um Leute mit dem Altersdurchschnitt von 40+ handelt noch wie gut diese letztlich schon Deutsch konnten. Alles was ich gesagt bekam: Es ist der Anfängerkurs. Also habe ich ersteinmal Begrüßung, Vorstellung und Ausspracheübungen vorbereitet, nur um festzustellen, dass das die Leute doch wohl etwas unterfordert… Letztlich konnte ich meinen Plan verwerfen und musste improvisieren. Also, vier Fälle üben. Das ging recht gut von der Hand, dennoch gab’s zumindest ein paar Fehler, sodass ich für’s nächste Mal einen kleinen Einstiegstest dazu ansetzen werde. Ebenso ungeplant war die Überleitung von der relativ freien, deutschen Satzstellung zu Passivsätzen. Aber wenigstens habe ich jetzt etwas, dass ich mit den Leuten üben kann. Die erste Stunde verlief dementsprechend chaotisch, aber ich hab sie gut füllen können und letztlich gab’s dafür ja auch ein ordentliches Gehalt, dass die Mühe, nach Yokkaichi zu fahren, durchaus wert ist. Zumindest bis Juli habe ich da nun Arbeit.

Was ich ohne die Deutschstunde im Übrigen wohl komplett verpasst hätte: Ostern! Einer der „Schüler“ hatte bunte Ostereier mitgebracht. Selbst bemalt! So kam ich ersteinmal in die Verlegenheit zu erklären, was Eier mit Ostern und Jesus Auferstehung zu tun haben. Mit einem Mix aus Deutsch und Japanisch habe ich mich aber dann doch irgendwie verständtlich machen können. Hoffe ich zumindest.
Jedenfalls wünsche ich allen Lesern an dieser Stelle frohe Ostern.

Sonstige Gedanken zu Japan:
> Die Leute verstehen einen nicht, wenn man deutsche Städte deutsch ausspricht. „Wo kommst du her? Heidelberg? Kenn ich nicht… Ah… Haideruberuku…“ -.-
> Der Megateriyaki bei McDoof ist das beste, das dieses Restaurant bisher hervorgebracht hat. Leider nicht essbar, ohne sich beide Hände komplett einzusauen.
> Es lohnt sich, Abends einkaufen zu gehen. Frischwaren werden da um einiges heruntergesetzt.
> Eine 1 ist prinzipiell als gerader Strich zu schreiben, sonst halten es Japaner für eine 7, egal wie spitz der Winkel ist.
> Suzumiya Haruhi no Yûutsu war ebenso wie Sayonara Zetsubô-sensei eine sehr amüsante Serie, momentan bin ich daran Lucky Star anzusehen.
> Japanisches Fernsehen ist irgendwo in den 90ern hängen geblieben. Bunte Kulissen, Spielshows, die man nicht mal, wenn man versteht was gesagt wird vollständig nachvollziehen kann und Werbung, bei der man keine Ahnung hat, wofür eigentlich geworben wird.
> Nächste Woche ist Golden Week (3 Feiertage in Folge) und ich habe noch keinerlei Pläne

Das war’s soweit für dieses Mal. Bleibt mir ein wenig treu und freut euch auf weitere Erfahrungen, sowie hoffentlich bald wieder Fotos aus Fernost.

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3 Kommentare zu “Meine Zeit ohne Internet”

  1. Wenn Du den Teriyaki-Burger schon schlonzig findest, dann versuch mal einen Laden der Moss-Burger-Kette zu finden. Die Dinger werden in einer eigenen Pommes-Tüte serviert, so sehr tropfen die, uärghs ^^‘

    Übrigens gab es in Japan nie den SMS (meines Wissens nach). Die Jungs haben einfach das E-Mail-System direkt auf die Handys angewendet, was ja auch logisch erscheint. Der SMS ist eher eine westliche Stilblüte, solls ja auch ab und an mal geben 😉

  2. Es scheint Dir gut zu gehen. Das freut mich. 🙂 Was für ein Handy hast Du Dir geholt? (Als Nerd bin ich da neugierig). E-mailen per Handy habe ich mir inzwischen auch fast komplett angewöhnt. Ich schreibe nur noch, wenn es wirklich, wirklich schnell gelesen werden soll SMS, weil ich da immer noch das Gefühl habe, die Leute rufen sie öfter ab ^^

  3. Ich hab von Handys keine Ahnung und auf dem hier steht nur der Anbieter, nicht der Hersteller.

    Das mit den Emails läuft anders als bei uns. Das Handy hat eine eigene Mailadresse und ansonsten läuft das wie mit einer SMS nur ohne die eingeschränkte Verwendung von Zeichen.

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