Das bizarre Japan und wie ich es erlebe

Eine weitere Woche ist vorbei und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen entschuldigen, bei denen ich mich während der Zeit wenig oder gar nicht gemeldet habe. Aber diese Woche gab es noch eine Menge zu erledigen und es scheint, als liege nächste Woche auch noch einiges vor mir. Außerdem habe ich weiterhin Probleme mit der Internetverbindung (was sich hoffentlich bald ändern wird) und auf der anderen Seite kein Handy (was in Japan fast überlebenswichtig ist). Doch mehr dazu nun in meiner Wochenzusammenfassung.

Der Japanischunterricht hat mittlerweile begonnen und die erste Stunde begann gleich mal mit einer Dozentin, die es in puncto Kawaiiness durchaus mit Takahashi-sensei aufnehmen kann. Ihr Name: Matsuoka-sensei. Und unsere erste Aufgabe bestand darin uns vorzustellen, einen Nickname auszuwählen unter dem wir angesprochen werden wollen und die wichtige Frage: Wenn wir ein Tier wären, welches und warum? Da mir kein Nickname einfiel, blieb es bei dem Tier und ich entschied mich für einen Fushichô (Phoenix). Immerhin brachte mir das den fehlenden Spitznamen ein – Fushichô-san.
Die anderen Sensei waren auch alle recht nett, auch wenn ich bei Ôta nicht ganz verstanden hatte, was sie von uns wollte, als sie uns dazu anhielt, Kîwâdo aufzuschreiben… Immerhin konnte ich danach ein wenig über mein geplantes Bachelorthema (Suizid und Japan) reden, was mir zunächst mal ein bisschen „Wow“ und „Omoshiroi“ einbrachte.

Diese Woche ging es auch zweimal in die Bazooka-Bar. Mittwoch wurde da nämlich Noemis B-Day gefeiert – und das ordentlich. Bis um halb 1 hielten wir uns dort auf, dann ging’s bis kurz vor 4 noch in die Karaoke-Bar. Meiner Meinung nach der beste Abend bis dahin, hatte lange nicht mehr soviel Spaß. Freitag war dann nicht so viel los. Da war ich erstmal morgens nach Yokkaichi gefahren, um mir eine Arbeitserlaubnis zu besorgen, damit ich Abends den Deutschkurs leiten konnte… leider hatte ich mich beim Treffpunkt etwas vertan. Im glauben am Edobashi-Bahnhof zu sein, wartete ich auf Freya, die nicht kam. Am Abend in der Bazooka-Bar hat sich das Missverständnis geklärt… ich stand am Tsu-eki… Jedenfalls habe ich nun vermutlich schonmal nen schlechten Eindruck bei meinem potentiellen Arbeitgeber hinterlassen. Alles etwas ungünstig gelaufen, leider…

Donnerstag startete ich dann mit meiner Tutorin zusammen einen erneuten Versuch, mir ein Keitai zu besorgen, diesmal in einem anderen Softbank-Laden. Der andere hatte ein Handy da, aber kein entsprechendes Ladekabel… sehr seltsam. Jedenfalls kam ich diesmal etwas weiter. Allerdings bekam ich aufgrund der fehlenden Alien Registration Card keines. Interessant dabei: Ich hatte im Rathaus damals extra 200 Yen bezahlt, damit ich so nen grünen Wisch bekomme, der mir gerade dies ermöglichen sollte. Nun ja… nächste Woche bekomme ich entsprechende Karte und kann damit dann hoffentlich endlich mein Handy besorgen, mit dem ich mittlerweile circa 30 Kontakte mehr hätte.

Samstag war dann BBQ des Terakoya-bu. Eine Menge leckeres Zeug gab’s da auf alle Fälle. Überhaupt finde ich japanisches Essen unglaublich lecker und das ist auch der Grund, weshalb ich Stunden im Supermarkt verbringe um zu überlegen, was ich denn diesmal kaufen soll. Vermieden habe ich allerdings den Kauf einer Melone, der mich zwischen 2500 und 3500 Yen gekostet hätte! Insgesamt gesehen ist es echt verwunderlich, dass man im hiesigen Supermarkt teurer wegkommt als in Deutschland. In den Restaurants ist es nämlich genau umgekehrt. Für 300 Yen kannst du hier schon ein gutes Menü bekommen, das satt macht. Sogar billiger als die Mensa der Uni!

Fotos gibt’s auch diesmal leider keine, da ich bislang noch nicht die Zeit gefunden habe, sonderlich viele zu machen und natürlich das Inet hier zu langsam ist, die Dinger hochzuladen. Ich hoffe, dass ich das bald nachholen kann. Immerhin bin ich jetzt dem Shashin-bu beigetreten und hoffe so auch ein wenig Motivation zu bekommen, mehr Fotos zu schießen – und eventuell bessere.

Weitere Gedanken, die mir im Laufe der Wochen gekommen sind:
> Japanische Bürokratie ist schlimmer als deutsche (echt jetzt!)
> Mülltrennung in Japan ist an Pedanterie nicht zu überbieten – schonmal das Etikett und den Deckel von PET-Flaschen separat von der Flasche selbst entsorgt? – und gleichzeitig wundere ich mich, warum nicht überall in der Stadt (wie man es in Deutschland gewohnt ist) Mülltonnen stehen, an denen Mann entsprechenden Unrat abladen kann
> Freundlichkeit ist hier definitiv wichtig, gerade beim Einkauf fällt das immer wieder auf (sehr ungewohnt, wenn man über 20 Jahre lang in Deutschland einkaufen gegangen ist)
> Yoshinoya (eine Fastfood-Kette für japanisches Essen) ist zu meiner zweiten Heimat geworden
> Japanische Restaurants sind großartig weil… man ziemlich preiswert Essen kann; …Tee und Wasser immer frei verfügbar sind (in Deutschland muss man ja regelrecht drum betteln, ein bisschen Leitungswasser zu bekommen); …Trinkgeld unüblich ist. Man bezahlt sein Essen und geht.
> Das Küchendienst-System im Wohnheim saugt ein wenig, da andere den Dreck, den sie produzieren für selbigen liegen lassen. Meiner Meinung nach sollte jeder seinen eigenen Mist wegräumen. Zumindest habe ich die Hilfe von einem chinesischen Mitbewohner, den ich mittlerweile (liebevoll) Pompoko-kun getauft habe.
> Diese Woche fand eine Health-Examination statt und sie ist tatsächlich so wie sie klischeehaft in Anime präsentiert wird: Butdruck messen, Sehtest, Wiegen, Größe messen, Röntgen, Abtasten, Urinprobe… mal schauen, wann die Ergebnisse kommen.

Ansonsten möchte ich nochmal allen Geburtstagskindern (nachträglich) alles Gute wünschen, bei denen ich mich gerade nicht gemeldet habe. Namentlich: Martina H. (Ellis Mom) und Eve. Ich hoffe, ihr habt schön gefeiert und ich werde mich sicher im Laufe der Zeit nochmal melden. Ich hoffe bis dahin mit Ente (Insider!).

Bis dahin gilt: Vergesst mich nicht, wie auch ich euch immer in bester Erinnerung halten werde. Ich werde in ca. 5 Monaten wieder bei euch sein.

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4 Kommentare zu „Das bizarre Japan und wie ich es erlebe“

  1. thx für den lagebericht.

    find das sehr spannend 🙂

    hoffentlich klappt das bald mal mit dem handy … oder hast du dich schon dran gewöhnt, so handylos? 😉

    @Freundlichkeit beim Einkaufen – was genau sind da die Unterschiede? Ich bedanke mich auch immer bei der Kassiererin wenn ich zahle …

    lg
    qubop

  2. Klingt alles sehr grundsolide. Doof, dass mit der Bahnhofsverwechslung, aber ab sofort weißt Du ja hoffentlich, wo man nachsehen kann, wie der Bahnhof heißt 😉

    Bitte sag mir, dass Pompoko-kun seinen Namen daher hat, weil er so pausbäckig ist.

  3. Pausbaeckig ist sehr charmant ausgedrueckt.^^

    Tut mir btw Leid, dass ich mich nicht so regelmaessig wie anfangs angekuendigt melde. Ich habe weiterhin Probleme mit Inet und so. Nachdem das WLAN gar nicht mehr ging in meinem Zimmer, habe ich nun Kabel-Netz beantragt. Leider gibt es da auch schon neue Probleme: Die LAN-Dose in meinem Zimmer scheint hin zu sein und nun muss ich warten, bis jemand kommt, das Ding zu reparieren. Vielleicht naechste Woche…

    @Freundlichkeit: Bedanken ist eine Sache, aber die Mitarbeiter der Laeden hier bedanken sich mehrfach bis man ausser Hoerreichweite ist.^^ Naja, und dann ist da noch die Praktische Sache, dass man den Einkaufskorb nicht selbst aus- und wieder einraeumen muss, das machen die Kassiererinnen selbst. Natuerlich auch immer mit einem freundlichen Gesicht, was man in Deutschland wohl eher selten sieht…

  4. Bist wohl mitten im Leben, wenn man so hört welchen Spaß du mit deinen Bekannten/Freunden hast^^

    Sobald du wieder in Deutschland sein wirst, wirst du sicher die Freundlichkeit vermissen.^^

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