Und darum solltet ihr…

Killer7 spielen!

Es tut mir furchtbar Leid, dass ich es nicht mehr wirklich schaffe, euch anständig zu unterhalten, aber momentan geht es in der Uni ziemlich rund, bzw habe ich mir vorgenommen noch möglichst viel zu schaffen, bevor es mit dem Klausurstress Ende Januar kollidiert. Das heißt allerdings auch, dass ich meinem Blog nicht soviel Aufmerksamkeit zuwenden kann, wie ich gerne wöllte. Nichtsdestotrotz gibt’s hier für euch ein Spielreview meinerseits, das leider nie richtig veröffentlicht wurde. Das sei hiermit nachgeholt. Viel Spaß damit!

Killer7

Wundersame Wahnsinnswelt

Goichi Suda alias Suda51… Visionär und Exzentriker – und einer der kreativsten Köpfe der aktuellen Spielebranche. Mit No More Heroes bewies er zuletzt, dass Videospiele Kunst sein und trotzdem eine wunderbare Spielerfahrung bieten können. Doch sein Erstlingswerk blieb unerreicht…

 

Bizarr…
„May the lord smile…  and the devil have mercy.“ Wohl einer der genialsten Sätze der Videospielwelt und hier wird er gleich im Intro rausgehauen. Die Story beginnt mit dem dunkelhäutigen Anzugträger Garcian Smith. Garcian ist einer der sieben Killer des Smithsyndikats. So scheint es zumindest, denn eigentlich steckt hinter den „Killer7“ ein Attentäter mit sieben Persönlichkeiten. Um dem ganzen noch eine Spur mehr Exzentrik zu verleihen, manifestieren sich die sieben Psychen auch in sieben physischen Erscheinungen, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten besitzen und über Garcian  mit Harman Smith, einem älteren Herren im Rollstuhl, kommunizieren. Harman ist der wahre Kopf hinter den Killer7, doch er ist, aufgrund seiner altersbedingten Gebrechen, auf die Hilfe von seiner Pflegerin Samantha angewiesen. Im Laufe des Spiels werdet Ihr ihr immer wieder begegnen. Spätestens dann, wenn Ihr einen Ruheraum aufsucht, in dem Ihr auch abspeichern könnt, vorausgesetzt, sie trägt ihre Dienstkleidung.

Grotesk…
Das Spiel wirkt durch und durch surreal, und das nicht nur aufgrund seines Grafikstils oder seiner eigenwilligen Steuerung. Jeder Charakter, dem Ihr begegnet, hat etwas zu sagen, meist sogar etwas Wichtiges. Doch der Sinn der verschachtelten, wirren Phrasen enthüllt sich einem erst später. Da wäre zum einen Iwazaru, ein offensichtlicher Freak im SM-Kostüm, der einen mit scheinbar sinnlosem Geschwafel zutextet. Nicht viel anders ist Travis, ein Geist und erstes Opfer der Smiths. Warum er dran glauben musste, wird nur am Rande erwähnt. Fest steht, dass er einem hilft und des Öfteren Tipps zu Rätseln und Gegnern gibt. Die Feinde, das sind die Heaven Smiles – seltsam entstellte, menschliche Wesen mit Bomben in ihren Körpern, deren Sinn einzig und allein darin besteht, Euch in die Luft zu jagen. Um das zu verhindern, gibt es zwei Wege. Entweder: Ihr ballert auf die schlurfenden Viecher bis das Blut in langen Cartoon-Fontänen aus den Einschusslöchern spritzt. Oder: Ihr trefft den „Critical Point“. Eine gelb-leuchtende Körperstelle, die dafür sorgt, dass die lächelnden Quälgeister in viele kleine Blutkügelchen zerplatzen. Diese Stelle zu treffen lohnt sich, da Ihr dadurch mehr Blut erhaltet, das Ihr zum Aufleveln und Heilen Eurer Charaktere nutzt.

Krank…
Die Steuerung ist furchtbar gewöhnungsbedürftig (Ihr lauft per Knopfdruck auf Schienen und könnt euch an bestimmten Punkten für den weiteren Weg entscheiden), die Ladezeiten zwischen den Räumen können mitunter stören (Anmerkung: Ich empfehle die GameCube-Version, da dieser Punkt bei der PS2 unerträglich wird)… Warum also sollte man dieses Spiel erlebt haben? Kurz und knapp: Es ist die kranke Atmosphäre, so dicht, dass man sie mit einem Messer schneiden könnte. Es sind die bizarren Charaktere, die einen gleichermaßen verwirren, wie faszinieren. Aber vor allem ist es die spannende Story, die einem wirklich guten Film gleicht. Um ehrlich zu sein, ist es die beste Story, die ich jemals(!) in einem Videospiel erleben durfte. Eine absolut geniale Mischung aus Polit- und Psychothriller, inklusive Wendungen und einem BAMS-in-die-Fresse-Ende. Ich war zumindest geplättet. Doch nicht nur das Ende schockiert, auch die recht explizite Gewaltdarstellung, die durch die farbenprächtige Grafik noch verstärkt wird sowie die gestörte Welt an sich wissen zu verstören.

Fazit: Killer7 war zu Unrecht von vielen Videospielern missachtet worden. Solltet Ihr es irgendwo herbekommen, nutzt die Chance und holt es Euch. Wenn Ihr nur ansatzweise mit einem Spiel etwas anfangen könnt, dass vom üblichen Videogame-Einheitsgeseier abdriftet, Ihr auf gut erzählte Geschichten steht und einen starken Magen habt, steht der Killer7-Erfahrung nichts mehr im Weg. Ich rate allerdings explizit zur GameCube-Version, da die PlayStation2-Version blasser wirkt und dort die Ladezeiten zwischen den einzelnen Räumen unerträglich sind.

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Ein Kommentar zu “Und darum solltet ihr…”

  1. Hat es wirklich so eine Story, hole ich´s mir trotzdem nicht.
    Es scheitert leider daran, dass ich solche Spiele mit etwas mehr Gewaltdarstellung einfach nicht spielen kann, es geht einfach bei mir nicht, da ich nicht Nerven und Magen dazu habe.

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